Ich will mich zum Thema #KI auch mal äußern. Schließlich forschen und lehren wir in diesem Bereich.

Ein Punkt, der in der Berichterstattung und Diskussion meines Erachtens viel zu wenig Beachtung findet:

Da rollt eine riesige Welle auf uns zu. Eine Welle ungeahnten Ausmaßes und mit verheerenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Welle der Inkompetenz.

Kurzer Realitätsabgleich: Bei uns an der Uni sind vorlesungsbegleitende Übungen, Fachpraktika und Seminare effektiv tot. Ob Programmieraufgaben, Übungsblätter oder Textarbeit - der Anteil an KI-generierten Abgaben liegt (geschätzt, denn genau sagen kann man das nie) zwischen 90% und 100%. Studis lassen ganze Bachelor- und Master-Arbeiten von KI erstellen. Code und Ausarbeitung sowieso, aber auch inklusive der ebenfalls notwendigen Vortragsfolien. Wir hatten den ersten Studi, der im persönlichen Betreuungsgespräch (keine Prüfung!) nicht mal mehr selbst geantwortet hat. Der hatte währenddessen ChatGPT offen und hat unsere Fragen einfach weitergereicht und uns die Antworten vorgelesen. Ohne Scham. Stellt man diesen Studis nur eine Nachfrage, z.B. zu ihrem Code - keine Antwort/Ahnung.

Wir bilden insofern gerade eine Generation von Studis aus (bzw. die sich selbst), die keine Kompetenz hat und nichts genuin kann, d.h. keine auf Wissen und Verständnis basierte Expertise, außer eine KI zu bedienen.

Die ersten dieser Studis gehen jetzt in den Arbeitsmarkt. Der oben genannte mit ChatGPT ist anscheinend bei der Deutschen Bank untergekommen. Die Leute arbeiten dort vermutlich genau so weiter, werden irgendwann auch Chef:in. Erwarten von ihren Mitarbeitenden dann auch nichts anderes. Das ist eine Katastrophe.

Nur für eine Gruppe von Leuten nicht. Nämlich die, die jetzt diesem Trend entgegengehen und es schaffen, sich wirklich selbst Dinge zu erarbeiten, zu verstehen und zu durchdenken, und auf dieser Basis auch Neues zu erschaffen. Meine Erwartung/Vorhersage: Diese Leute werden in nicht allzu ferner Zukunft hart umworben werden, sich jeden Job aussuchen können und sehr gut bezahlt werden.

Alle anderen, befürchte ich, werden mit ihren selbstgewählten Inkompetenz in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn KI keine "ausgeklügelten" Prompts mehr braucht.

Brave new world.

#ki
This entry was edited (Saturday, October 10, 2026, 6:40 PM)
in reply to Knud Jahnke

@knud der @iostopp kennt sicht da besser aus als ich:
infosec.exchange/@isotopp/1169…
in reply to Andreas Bulling

danke für den Beitrag. Ich erlebe es im Job mittlerweile auch, dass wir z.B. bei Problemen in Produktion mit Entwicklern in Calls sitzen, die stumpf die Log-Ausgabe in das KI-Tool der Wahl einfügen und hoffen, dass die Lösung ausgegeben wird. Dann werden Code-Schnipsel einfach übernommen und auf die Frage hin, ob sie denn bewerten können, was das nun tut, erhalten wir ein schön formuliertes "wird schon passen".
Ich kann deine Sorge daher gut teilen.
in reply to Patrick

@lordkhan na ja, letzt habe ich für ein fremdes Projekt einen neue crosscompile GCC Version ausprobieren sollen. GCCs habe ich auch noch nie gebaut.

Tatsächlich hat es mit KI Hilfe erstaunlich gut funktioniert... bash scripte schreibt die KI Super, bei cmake ist die Trefferquote bei so 80-90% und gcc output interpretieren die Tools auch gut.

Ohne KI hätte ich für das gleiche Ergebnis sicher 2-3 Wochen mehr benötigt.

in reply to schnedan

@schnedan @lordkhan Klar, das bestreite ich nicht. Aber der entscheidende Punkt ist: Du hast offensichtlich mal ein Ingenieursstudium durchlaufen und entscheidest dich freiwillig, deine vorhandenen Fähigkeiten zu augmentieren. Du könntest es auch selbst, aber bist mit KI-Tools schneller. Das ist trotzdem Kompetenz.

Aber diese jungen Leute sind auf die Tools angewiesen und könnten Vieles eben nicht mehr selbst. Das ist die genannte Inkompetenz.

This entry was edited (Friday, July 24, 2026, 7:44 PM)
in reply to schnedan

@schnedan da bin ich bei dir. Um in ein Thema rein zu kommen ist es nicht schlecht und es hilft auch bei täglichen Kleinigkeiten. Mich hat nur erschrocken, wie wenig Verständnis für die Beurteilung der Ausgabe der Logs und auch der Antwort der KI bestand. Das würde ich bei einem Entwickler, der für die Software verantwortlich ist, erst mal erwarten.
in reply to elronat

@elronat Wir haben ehrlich gesagt keine Antwort darauf.

Appelle helfen nicht. Forschung die zeigt, dass KI Nutzung die kognitiven Fähigkeiten verkümmern lässt hilft auch nicht.

Ist aber eigentlich auch klar. Der soziale Druck auch KI zu benutzen ist enorm. Wenn du als Studi um dich herum nur Leute hast, die mit diesen Tools arbeiten. Schneller mit den Aufgaben fertig sind, sich weniger anstrengen müssen, im Zweifelsfall auch bessere Noten bekommen, weil die Ausarbeitungen besser geschrieben sind etc

Das erzeugt einen enormen Sog und erfordert aktives und konsequentes Widerstehen. Was die meisten wohl leider nicht schaffen.

in reply to Andreas Bulling

@elronat
Warum Mastervorlesung mit Standard-Kram, das gehört in die ersten zwei Semester. DGLn und Matritzenrechnung sollten doch für das Verständnis neuronaler Netze neben einer Programmiersprache ausreichen. Aber was weiß ich schon, nur intrinsische Neugier treibt uns voran ..
in reply to Andreas Bulling

hm.. zum Thema skaliert nicht: Ein großes Problem unserer Zeit ist dass genau das gut bezahlt wird, was skaliert. Nicht skalieren tut Pflege, Betreuung generell, Personal im Einzelhandel, Reinigung, oder anders gesagt alles mit Kontakt zu Menschen oder Handwerk vor Ort. Was dagegen skaliert: Einen Pflegedienst betreiben, eine Zeitarbeitsfirma betreiben, und natürlich: Software-Lösungen mit Lizenzmodell. Der Uni-Lehrbetrieb wird auch immer mehr anhand throughput oder output bewertet als Quali.
in reply to Andreas Bulling

@do1slo @elronat das skaliert nicht, stimmt, ist aber eine Wahnsinns Erfahrung, unheimlich, direkt, - ich will das nicht direkt dagegenhalten, jedoch solch eine Prüfung läuft nach den Prinzipien die du - zu Recht - forderst: die Dinge live und selbst zu machen, sie zu denken und zu begründen.
in reply to Andreas Bulling

ich bin da vor einiger Zeit auch mal drüber gestolpert und bin dazu übergegangen, LLMs tatsächlich als Sparingpartner zu sehen und weniger als Ergebnismaschine zu verwenden. 🙂

oliver-klueckmann.de/blog/waru…

in reply to Andreas Bulling

@elronat in China hat man den Ansatz versucht, dass die Studis als Arbeit Aufgaben selbst erstellen mussten, die sie lösen können, an denen die KI aber scheitern. Halte ich für eine eigentlich gute Idee, bei der man gleich lernt, wo eigentlich die Grenzen der KI sind.

fr.de/panorama/deutschland-sch…

This entry was edited (Saturday, July 25, 2026, 7:36 AM)
in reply to Andreas Bulling

@elronat Natürlich darf man das nicht von den Studenten/Schülern erwarten. Das kann nur und muss über die Wissens-/Fähigkeitskontolle passieren. Wenn man es ernst meint, ist die strikte Verbannung aller elektronischer Hilfsmittel bei Prüfungen die logische Konsequenz. Das dies nicht geschieht, zeigt, wie weit der Niedergang unserer Kultur schon fortgeschritten ist.
in reply to elronat

@elronat

@abulling

Wir bewerten auch den abgelieferten Code.

Das kann man mit Continuous Integration Werkzeugen oder mit einfachem Testing erfolgen.

Anschließend muss der Stud. Fragen zum eigenen Code live beantworten und sich dabei von Kommilitonen bewerten lassen.

Aber ja, das ist trotzdem aufwendig. Und die Stud. werden zur Zeit eher schlechter, obwohl sie ja mehr Hilfe hätten.

in reply to Truth Matters

@TruthMattersww indem sie ausgefeilt tricksen. Bei meinem Mann in der Uni kam jetzt eine schon fast hilflos anmutende Mail rum, wie Klausuraufsichten anzupassen seien, da einige Studies mit Handy, Minikamera etc. Die Klausur kopieren und raus schicken und jemand diese mit KI löst und mit einer vorher abgesprochenen URL hochlädt, die dann jeder hat, der die URL kennt.
in reply to Andreas Bulling

Wenn ich mir anschaue, welche Auswirkungen bereits in den späten 90ern, frühen 2000ern der Bildungsumbau in den Geisteswissenschaften auf die Textkompetenz hatte, die Einfluss nimmt auf politische und kulturelle, damit auch wirtschaftliche (und weiterem Sinn gesellschaftliche, klimatische, soziale) Entwicklung, dann bin ich sehr pessimistisch, was die Rückabwicklung der Auswirkungen hat.

Ich glaube nicht, dass sich das (durch Fachleute) wieder einfangen lässt, was gerade passiert.

in reply to Katerina Estl

@kallioke
Danke, ich sehe es (vielleicht) genauso.

Was wir mit der KI heute sehen ist nur der derzeitige Stand eine Agonie von Wissenschaft.
Ich war Anfang der 90er im Kölner AStA und wir hatter ein extra Referat für Wissenschaftskritik und da fing es an, daß an Unis immermehr Dienstleister und immer weniger Wissenschaftler ausgebildert wurden.
Die Einfühjrung eines Bacholors war der erste große Einschnitt. Ab da wurde sie Ausbildung immer belangloser und zur Jahrtausendwende waren die Studienordnungen so "entwissenschaftlicht", daß es nur noch darum ging, schnell "Menschenmaterial" auf den Arbeitsmarkt zu werfen.

Heute erlebe ich Akademiker, die noch nicht einmal die Grundbegriffe wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen.

Die KI ist eben nicht die Ursache, sondern die Folge!

Ich glaube auch nicht, daß diese Degeneration alleine durch den Arbeitsmarkt wieder eingefangen werden kann.

in reply to Der Trollkin (Erpse)

@kallioke
Ubrigens ist dazu parallelen eine vergleichbare Entwicklung im Bereich Handwerk zu beobachten!

Junge Handwerken können heute kaum noch ein Handwerk ausüben, sondern sind "spezialisiert" auf bestimmte Teilbereiche... bzw Marken oder Firmen.

Das zeigt mir eher, daß wir irgendwo als Gesellschaft falsch abgebogen sein müssen.

in reply to mia

@mia KI-Nutzung ist hier, wie auch anderswo, nicht verboten:
student.uni-stuttgart.de/digit…

Und von den Regelungen her könnte der Graubereich nicht größer sein. Und der Nachweis, dass gegen die Regelungen verstoßen wurde, ist praktisch unmöglich. Wie will man nachweisen, was von wem gemacht wurde, in welchen Anteilen etc? Das ist schon bei Gruppenarbeiten praktisch nicht machbar. Bei KI-Tools noch weniger.

@mia
in reply to mia

@mia Es ist aber auch schwierig KI Nutzung nachzuweisen. Gerade wenn man etwas richtig macht, sich Mühe gibt Texte sauber zu formulieren etc. schlagen "KI Detektor Tools" Alarm. Wir müssen auf der Arbeit immer Wochenberichte abgeben, die nicht mit KI erstellt werden dürfen. Ich habe meinen handgeschriebenen Text mal durch so einen Detektor gejagt: 70% Wahrscheinlichkeit, dass er KI generiert sei. Dann habe ich absichtlich Fehler und schludrige Formulierungen eingebaut: 10%.
@mia
in reply to Andreas Bulling

"...hatte währenddessen ChatGPT offen und hat unsere Fragen einfach weitergereicht."

Und ich habe das ⬇️ für Satire gehalten.😮

inpreparation.substack.com/p/o…

in reply to Hans Zauner

@HansZauner
> into the room. I saw the whiteboard. I saw the markers. And then I placed my laptop on the table, opened a browser window to ChatGPT, and prepared to do what I do every single day in my actual scientific practice: type a prompt and receive a coherent, well-structured response that I would then lightly edit and present as my own thinking.
What the? Is this for real?

> Apparently, “how else would I do it” is “from memory, using only my brain, like some kind of medieval peasant.” This was news to me.

This person is serious.

@abulling

in reply to Christian Gudrian

@cgudrian
Toi, toi, toi!

Meiner kommt jetzt in die neunte Klasse und ich will KI zum Thema des Elternabends machen, weil das Bild, dass @abulling malte, in der Schule ganz ähnlich aussieht. (Zum Glück hat er Spaß am Lesen, aber damit ist er fast alleine in der Klasse. Klar auch früher haben Kids lieber Zusammenfassungen gelesen, als den Goethe oder Kleist. Die aktuelle Situation ist eine andere!)

in reply to Andreas Bulling

"die jetzt diesem Trend entgegengehen und es schaffen, sich wirklich selbst Dinge zu erarbeiten, zu verstehen und zu durchdenken, und auf dieser Basis auch Neues zu erschaffen. Diese Leute werden in nicht allzu ferner Zukunft hart umworben werden, sich jeden Job aussuchen können und sehr gut bezahlt werden."

Hoffen mal das gilt auch für die, wie ich, die heute schon an dem Punkt sind.

in reply to Andreas Bulling

"Diese Leute werden in nicht allzu ferner Zukunft hart umworben werden, sich jeden Job aussuchen können und sehr gut bezahlt werden." Man hofft es. Saß letztens in Bewerbungsgesprächen für eine WiMi-Stelle. 1 Person mit hardwarenahen privaten Projekten, selbst Mikrocontroller programmiert. 1 Person mit gigantischen vibe gecodeten Repository.

Einer der Profs meinte, wenn eine Person selber Code schreibt, finde er das negativ, weil das einfach nicht mehr zeitgemäß sei.

in reply to Jules

@quidcumque Katastrophale Fehleinschätzung!!! Der Prof. kann mal raus aus seinem Elfenbeinturm und bei uns vorbeischauen, dann zeige ich ihm, was seine Einstellung bewirkt. Unser Beruf hat eine sehr ähnliche Entwicklung bereits hinter sich. Folge: Nicht nur verlorene Fertigkeiten, sondern auch das damit verbundene Wissen. Weitere Folge: Die ursprünglichen Apologeten dieses Trends haben gemerkt, dass es eklatante Lücken bei Menschen gibt, die -trotz Allem- einen
(1/2)
in reply to Andreas Bulling

Nun ja. Die hier selbst gewählte digitale Inkompetenz der Studierenden trifft auf die selbst gewählte digitale Inkompetenz der Rest-Gesellschaft, die sich seit etwa 40 Jahren digitaler Kompetenz und digitaler Souveränität verweigert. Genau genommen sind diese Studierenden das Produkt ihrer Erziehung und Schulausbildung. Und führen das "gelernte" konsequent zu Ende. Nun mit aktiverer Computerunterstützung.
Vor längerer Zeit wurde die Schulpflicht eingeführt. War eine gute Sache.
…
in reply to Ryek Darkener

Hat mit dazu beigetragen, dass Deutschland das Land der Dichter und Denker wurde.

Wenn mich jemand fragen würde: Wir brauchen eine verbindliche, gesamtgesellschaftliche Lösung für das Problem. Sonst verlieren wir nicht nur das Wissen. Sondern werden uns auf Sicht in einem feudalen Staat wiederfinden, in denen eine Handvoll "digital Eingeweihter" das Sagen haben wird.

in reply to Ryek Darkener

@_RyekDarkener_
Frage mich gerade, wo ich da stehe, als arbeitsloser IT-Supporter, der sich KI-Tools verweigert (weil ich privat keine Ahnung / mich noch nicht damit beschäftigt habe, womit ich die überhaupt "füttern" sollte)?

Und dann konkurriere ich möglicherweise mit solchen Studis um Jobs, für die ich formal geeignet wäre, die aber den Vorzug erhalten, weil sie studiert haben und ich nicht.

@abulling

in reply to fasnix - archiviert

@fasnix
Als ITler ist es unumgänglich, sich mit aktueller Technologie zu beschäftigen. Und als ITler hast du die notwendige Fachkompetenz zu haben, um das Thema sachlich richtig einzuordnen und zu verwenden.
Mustererkennung und Sprachmodelle werden nicht weggehen, nur weil man die Augen zu macht. Sie sind und werden wichtiger Bestandteil einer modernen Gesellschaft.

Die Alternative ist Butlers Dschihad. Was, wie man nachlesen kann, perspektivisch auch keine gute Idee war.

in reply to Ryek Darkener

@_RyekDarkener_ das Problem ist, dass wir uns so an enshittification von allem gewöhnt haben, dass KI Nutzung großflächig anerkannt wird. Sie ist nicht gut, aber eben gut genug um durchzukommen und dabei billiger, als jemanden zu bezahlen, der essen und wohnen muss. Das ist die logische Konsequenz des Kapitalismus, der überall Kosten spart, auch wenn die Qualität dadurch sinkt, weil wir so eine geiz ist geil Mentalität entwickelt haben, dass Qualität es uns nicht mehr wert ist.
in reply to Andreas Bulling

Ja, diese Erfahrungen machen wir auch. Es gibt kaum etwas dagegen, außer mehr mündlich zu prüfen, was aber auch eher fragwürdige Aufwände produziert.

Kollegin berichtete gerade, dass sie Studis bei einer Projektpräsentation bat, einen Codeteil auszukommentieren. Sie konnten es nicht. War Python, sie hatten aber auch schon C, JS, CSS und Kommentarsyntax ist ja ziemlich universell (von HTML/XML ganz abgesehen). Schlimm!

Hörte von einer Uni in Prag, dass auf Abschlussarbeiten ganz verzichtet wird und dafür die Gesamtnote aus den sonstigen Modulen resultiert. Mal abwarten, ob das Nachahmung findet. #KI

#ki
in reply to Andreas Bulling

das Problem ist, das Unis glauben sie können an veralteten Prüfungsformaten festhalten. Die unbewachte schriftliche Prüfung wie Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten sind einfach tot. Das weiß man seit Jahren. Aber die Unis machen halt einfach weiter.
This entry was edited (Friday, July 24, 2026, 6:51 PM)
in reply to Andreas Bulling

die Abschlussarbeit oder Hausarbeit ist am Ende quasi nur der Einband einer Lernleistung und eines wissenschaftlichen Arbeitens, das man zusammen in regelmäßigen mündlichen Diskursen (in Präsenz) mit dem Tutor/Prüfer entwickelte. Quasi back to the roots und debattieren wie zu Aristoteles zeiten. Die Uni als Ort des Austausches. Schau mal bei @mspro sein Working Paper S69ff

boeckler.de/fpdf/HBS-008697/p_…

in reply to Gegenwind 🇺🇳🖖

@Gegenwind @mspro Joa, schöne Idee. Aber ohne Anwesenheitspflicht kommen praktisch keine Studis mehr in die Vorlesungen. Und wenn sie da sind, dann nehmen sie auch nur zu einem Bruchteil am Diskurs teil.

Es gibt sie - diejenigen Studis, die etwas lernen möchten. Die ihre Fähigkeiten entwickeln möchten. Die mitdenken. Fragen stellen. Idee beitragen. Die sich auch in Vorlesungen setzen die nicht direkt relevant oder gar notwendig sind.

Aber - und da bin ich sehr ernüchtert - deren Anteil ist sehr gering. Die meisten wollen so einfach und schnell wie möglich durchkommen und ihr Diplom in die Hand bekommen. Minimum effort.

Das war vermutlich schon immer so. Aber jetzt hat diese letzte Gruppe eben die Tools in die Hand bekommen, mit denen sie das sehr effizient umsetzen können.

in reply to Andreas Bulling

alles bekannt und absehbar. Darum muss man die Prüfungsformate und Lernleistungsüberprüfungen halt ändern. Ich halte es sogar für eine große Chance des Bildungswesens: Bullemie-Lernen wird nichts mehr bringen. Nur noch wenn man sich im Diskurs mit seinem Dozent im Zwiegespräch battlet kommt man weiter.
Der Faktor Menschlicher Austausch wird komplett in das Zentrum gestellt.
@mspro
in reply to Andreas Bulling

@Gegenwind @mspro

inverted classroom kann funktionieren, wo man die Studierenden halt unter Aufsicht etwas erarbeiten und den anderen erklären lässt. Mit ggf direktem öffentlichen Feedback und Rückfragen.

Meine besten Module waren solche. War aber in der vor-Massen-Ki Zeit/Covid Lockdown.

in reply to Andreas Bulling

@Gegenwind @mspro Ich sehe meine Aufgabe als Dozent darin, die Vorlesung so unterhaltsam zu machen, dass möglichst viele kommen. Ich habe aber auch Glück, ich unterrichte Fächer das ist das einfacher und ein von meinem Vater ererbtes Talent.
Und bei mir kommen ca. 90-95% immer.
Nicht immer dieselben, aber oft.
Dein Post schreit nach einer Antwort auf eine Frage:
Wie wollen wir in Zukunft arbeiten und leben?

Doch diese Diskussion führen wir nicht.

in reply to Andreas Bulling

@Gegenwind

Inverse classroom

Batchler Master ist ein Schulbetrieb bei der FH, TH, TU, Uni alles in einen Topf geworfen wurde. "Ich habe beim Professor X studiert" hat bei Bewerbungen keine Aussage mehr. Alle Profs kann man austauschen, vielleicht durch eine KI.

im inverse classroom kennt man seine 20 Studenten. 150 kann man nicht fördern, bewerten. In dem massen Schulbetrieb muss man wieder Inseln schaffen, "sie waren bei dem, eingestellt" Profs müssen unbequem werden.

in reply to Andreas Bulling

Ich habe vor 30 Jahren studiert. Wenn ich keine Lust auf eine Arbeit hatte, einfach Eine von einem Kollegen kopiert.
Haette genauso alte Zeitungen abgeben koenne. Haette wahrscheinlich auch nichts an meiner Note geaendert.
Damals waren Professoren ueberlastet und ein Physikprof hat offen gesagt, dass man durchkommt, wenn man ihm einen Porsche hinstellt.
Das muesste man aber dann jedes Semester bis zum Studienende machen und wenn man so viel Geld hat, dann braucht man kein Diplom
in reply to Andreas Bulling

Ich sehe das Problem in der Lehre darin, das man dort keine echten Probleme löst, sondern Aufgaben die konstruiert wurden, um das Lösen von Aufgaben zu erlernen.

Wenn man vor realen Problemen steht, dann kann so ein LLM durchaus ein Werkzeug sein, das die eigenen Fähigkeiten stark erweitert.

Was man dann noch benötigt, ist die spezielle Fähigkeit die Antworten der Modell zu prüfen und zu hinterfragen.

Das ist ziemlich zermürbend weil diese Aufgabenlöser auch dann eine Lösung ausspucken, wenn sie einer Lösung sehr ähnlich ist.

Ich habe keine konkreten Vorschläge wie man das in die Lehre einbauen kann, aber es wird das sein, was wir zukünftig noch machen werden, weil uns niemand mehr dafür bezahlen wird, was die LLMs auch können.

Ich habe an einer FH studiert, da gab es Professoren, die haben sehr schwere Aufgaben mit uns zusammen an der Tafel gelöst.

Wir konnten uns Zuhause vorbereiten, durften aber während der Stunde nichts mitbringen, nur unsere Gedanken zu dem Thema.

Ich habe niemals in einer Vorlesung mehr gelernt, als an solchen Tagen.

in reply to Andreas Bulling

Oh, dann bin ich vermutlich wieder zwischen zwei Stühlen. Ich halte KI (klassisch und Transformer-basiert) für eine tolle Technik, die uns viele Möglichkeiten bietet und uns viele lästige Aufgaben abnehmen könnte.

Aber nur in dem Fall, dass wir diese Technologie meistern und kompetent beherrschen. Also auch lernen sie nicht zu benutzen. Oder ihre Leistungen richtig einschätzen. Aber sicher nicht, indem wir sie pauschal verdammen.

in reply to Andreas Bulling

Das größte Problem: Die
die sich alles selbst erarbeiten werden zunächst einmal komplett demotiviert.
Teilweise gibt es schlechtere oder gleich gute Noten und auch bei der Bewerbung selbst kann es passieren, dass ein Student sich mit KI weitermogelt.
Erst im Job fällt der Unterschied auf.
Ein langer und zäher Weg.

Wer da bestehen wir erarbeitet es sich selbst und nutzt KI wirklich nur als Werkzeug, um in diesem aktuellen Chaos nicht unterzugehen.

in reply to Andreas Bulling

Vielen Dank für den Beitrag.

Ja, diese Welle der Inkompetenz spüren wir auch schon deutlich in der #Schule. (Nach)Denken, reflektieren, überprüfen, oder einfach nur selbst tun - wozu? Es gibt doch #KI. Das ist die Haltung unserer künftiger Generationen.
KI schafft unser Wissen, unsere Kompetenz, unsere Kreativität und über Jahrtausende entwickelte Kulturtechniken wie lesen, schreiben und rechnen im Zeitraffer ab.
🤷🤦🤡🤮🤮🤮

in reply to Crazy-to-Bike

@crazy2bike Man sollte den Leuten, die diese Dienste anbieten glauben, wenn sie sagen, was sie vorhaben: “We see a future where intelligence is a utility, like electricity or water, and people buy it from us on a meter,” [OpenAI CEO] Altman said during a conversation at BlackRock’s 2026 Infrastructure Summit in Washington, D.C. on March 11.
in reply to Andreas Bulling

Wenn dass das ist, was die Firmen als MA wollen bzw. die solche Leute einstellen, ist es ja nur folgerichtig sich dem anzupassen. 🤷‍♂️ Ich selber finde KI an einigen Stellen durchaus hilfreich - würde sie aber in der Form auch nicht nutzen. Dafür ist das "Heureka"-Gefühl, wenn ich was selbst erarbeitet, verstanden habe viel zu geil.Wieso sollte ich darauf verzichten, voll dämlich.
in reply to Andreas Bulling

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@PersonOfInterest
ist sie das? oder hat sie mehr Möglichkeiten an Wissen zu kommen. Bücherei ist überflüssig, wenn die KI einem alles erzählt. Mit Agenten nimmt sie einem noch die Arbeit ab. Das sind Rattenfänger auf die jede Generation reinfallen würde. Den "leichten Weg" gehen doch alle. Er sieht heute nur anders aus.

seit 100 jahren hat sich daran nichts geändert.

in reply to Andreas Bulling

Unsere deutsche Vorzeige-Software-Schmiede SAP hat sich dazu gerade auch positioniert: Die wollen gar keine Leute mehr, die verstehen, was sie tun.
mstdn.social/@stekopf/11697419…
in reply to Andreas Bulling

Ich stelle bei Vorstellungsgesprächen technischer Kolleg*innen gerne eine Ad-hoc Aufgabe. Schon vor 10 Jahren war manchmal die Antwort "da müsste ich googlen". Hab ich nicht zugelassen, sondern eher gefragt "wonach" und "was könnte da rauskommen". Wer trotzdem das GPT bemüht, würde das Gespräch vermutlich deutlich verkürzen.
"haben Sie noch Fragen an uns. nein, dann vielen Dank für Ihren Besuch, war sehr interessant .."
in reply to Andreas Bulling

hättest Du das einen Tag früher gepostet, hätte ich das in meine kleine Schlussansprache meines heute beendeten Blockkurses aufgenommen. So hab ich halt ca. dasselbe in meine eigenen Worte gefasst. Es gibt aber schon auch noch Studierende, die bereit sind aktiv zu lernen und KI wirklich nur als Hilfsmittel einsetzen. Evtl. sind die nicht ganz gleich über alle Fachbereiche verteilt und vielleicht auch zu wenige, um das System am laufen zu halten, aber immerhin!
in reply to Andreas Bulling

Zwei Gedankenstränge.
Erster: ich hab in Dresden Leute kennengelernt, die mir vom Arbeitsalltag vor der Wende erzählt haben, davon wie Leute dreißig Jahre lang tagein, tagaus die gleichen Statikberechnungen gemacht haben und darin dann so richtig gut waren. Nach den Erzählungen war das noch viel spezialisierter als die Leute die ähnliches im Westen gemacht haben. Und ist dann verloren gegangen. Leute erzählten von dem ewigen Gefühl, nichts mehr wirklich richtig zu können.
This entry was edited (Friday, July 24, 2026, 7:32 PM)
in reply to 塩でいいよ

Zweiter: Ich rechne eher langsam (also, Ingenieursstudiumsniveau, aber eher langsam). Hab mir im letzten Semester Übungsaufgaben vom gleichen Typ wie unsere Aufgaben generieren lassen, und damit schneller rechnen geübt. Rechenklausuren sind sehr gut gelaufen.
Gleichzeitig hab ich mehrere Hausarbeiten nicht abgegeben, weil ich mich von alleine schon in Details verliere und mit den aktuellen Tools und gefühlten Anforderungen das nur noch schlimmer wird.
in reply to Andreas Bulling

Ich frage mich, ob die hohe KI-Affinität von Studis die Spätfolge eines Schulsystems ist, das die Freude am selbstständigen kreativen Denken und am mäandernden Prozess des Erarbeitens nimmt (dafür gar keine Zeit lässt) und stattdessen Stoffmassen in die Kids reinstopft, makellos wirkende Standard-Ergebnisse belohnt und Noten extrem wichtig nimmt.

Auch an der Uni werden Studis derart mit Stoff zugeballert, dass die Versuchung groß ist, sich Skripte eben von KI zusammenfassen zu lassen.

in reply to Andreas Bulling

Ich mache gerade eine Weiterbildung im Bereich Data Science und ich bin von den 10 Leuten wohl die einzige, die bewusst gar keine KI für Aufgaben und Projekte (und auch sonst nicht) einsetzt.

Dass man (also ich auch) es in der Praxis gelegentlich tun wird, weiß ich natürlich, aber doch nicht während man sich grundlegende Fertigkeiten aneignen sollte!

Wenn ich das sage, blicke ich wirklich nur in verständnislose Gesichter.

in reply to Andreas Bulling

ich nutze KI auf Arbeit gerade vor allem für schnelle Dinge. Rechne meine Arbeitsstunden tageweise in Industrieminuten um.
Auch ein kleines Nebenprojekt programmiere ich mit Hilfe von KI. Weil es eigentlich nicht meine Tätigkeit ist und Programmierung schon eine Weile her ist. Durch die KI habe ich neue Funktionen bei Arduino kennengelernt. Aber ich verstehe die Bedenken. Gerade bei Programmierern könnte es kritisch werden.
in reply to 🅹🅴🅳🅸🅴 🇺🇦🕊️

@jedie
oder sollten wir gerade die alten Werte wieder hervor holen.

Goethe: Erwirb das Ererbte, um es zu besitzen.
Humboldt: Bildung entsteht erst durch die eigene Tätigkeit des Geistes.

"Gerade im Zeitalter von KI bekommt Humboldts Gedanke neue Bedeutung. Informationen sind überall verfügbar. Entscheidend ist nicht mehr, Zugang zu Wissen zu haben, sondern sich dieses Wissen kritisch anzueignen, zu prüfen und in eigenes Denken zu verwandeln."
ChatGPT 😜

in reply to Andreas Bulling

Die Frage für mich: wieso hat der irgendwas bestanden?

Ich mein, der Frageteil nach studentischen Projektvorträgen, bei der Vorstellung der Masterarbeit, die mündliche wie schriftliche Prüfung, die sollten, wenn richtig gemacht, genau dieses Unverständnis aufdecken.

Ich sag meinen Studis sie sollen mir kurz (1–2min) ihren Code vorstellen, und dann geh ich irgendwo rein und frag, wieso sie das so und nicht anders gelöst haben. Da weiß ich in 3min, ob sie verstehen was der Code tut (und dann ist mir egal, wie sie ihn erzeugt haben).

Wenn unsere Prüfungen Unverständnis und fehlendes Denken in Zusammen­hängen bzw Transfer nicht erkennen, dann sind unsere Prüfungen schlecht gestellt.

in reply to Andreas Bulling

tbh, diese Formate fand ich noch nie wirklich zielführend. Meine Übungen zu Einführung Usable Security laufen gut, aber nur weil wir live in der Übung kreativ in Gruppen arbeiten und uns zusammen damit auf die Klausur vorbereiten. Wir merken auch statistisch, dass Leute, die teilnehmen, in der Prüfung um 1 Notenpunkt vor dem Komma besser sind (Daten aus 4 Jahren).
Das meiste von dem etablierten Formaten kann man streichen, ist genauso effektiv wie Hausaufgaben in der Schule.

Wir müssen härter in der Bewertung sein und die Prüfungsmodi ändern. Wenn die Leute vibecode abgeben, müssen sie ihn live erklären können, ohne Handy, ohne Interface. Das geht in 10-15 min pro Person, für Seminare machbar. Übungen...naja.

in reply to Andreas Bulling

Ich habe einen Entwickler-Kollegen der quasi nur noch eine biologische Schnittstelle zu KI ist.
Ich merke seinen Fragen an wie sie darauf Abzielen entweder einen Prompt zu formulieren (z.B. "gibt es da schon ähnliche Stellen im Code?") oder direkt die Fragen der KI sind.
Er hat spürbar kein Interesse komplexen Zusammenhänge und die Hintergründe unserer Arbeit zu verstehen.
Wir erklären ihm immer wieder das Gleiche und es kommen desinteressiert Reaktionen alla "Aha, ja.".
😢
This entry was edited (Friday, July 24, 2026, 8:25 PM)
in reply to Andreas Bulling

Hatte ich auch: Doktorandenkurs. Aufgabe: Syntaxbaum für Satz machen. Benötigte Fähigkeit: Sehen, dass ein Verb genauso ist wie das Verb auf den Folien und Baum mit neuem Verb zeichnen. = Analogie

Es gab Abgabe von ChatGPT-Lösungen, was man daran sehen konnte, dass der Baum leicht anders war als behandelt.

Das auf Doktorandenniveau. Sie erwerben Grundfähigkeiten wie Analogie nicht mehr.

Tja.

in reply to Andreas Bulling

"Ohne Scham" könnte ein Einstellungskriterium gewesen sein.🙄 Kritisches Denken ist nicht überall erwünscht. Die fehlenden akademischen Fähigkeiten dürfen in einigen beruflichen Kontexten nicht auffallen. Aber in manchen sehr stark. Dank LLM-Einsatz wird die Unfähigkeit für die berufliche Aufgabe länger verborgen bleiben. Neues erschaffen im Studium eher schwer. Das war bei vielen Lehrkräften auch früher nicht gern gesehen. Und es fehlten dann auch zitierfähige Quellen, die die neue Idee belegen😉 Erstaunlich fand ich z.B. die Nachricht, dass ab 1. Juli an der Uni Princeton Klausuren wieder beaufsichtigt werden. Das war zuletzt 1893 (kein Tippfehler) der Fall. Der Betrug durch LLM-Einsatz war zu groß.

dailyprincetonian.com/article/…

in reply to Andreas Bulling

Erinnert mich in seinem Pessimismus ein wenig hieran: inv.nadeko.net/watch?v=Eao95Jd…

Aber ja KI könnte in der Lohnarbeit den Einsatz eigener Fähigkeiten und Kreativität stark zugunsten reines ausführen generierter Inhalte ohne Wissen und Verständnis ersetzen, weil das ja effizienter und schneller ist als manuelle Lohnarbeit, also ein Vorteil um sich in der Konkurrenz durchzusetzen. Ist die Frage ob sich CEOs die bevorzugt diese Arbeitskräfte einstellen bestehen bleiben oder ob die neue Generation der KI-sozialisierten CEOs und Personalchef*innen diese Ansicht dann nicht als konservativ überholt ansieht.

in reply to Andreas Bulling

Ja, es ist ein Drama, wie dieser unreflektierte Hype so viele Menschen in die kognitive Selbstaufgabe treibt.

Ich habe eine entschieden ablehnende Meinung zu diesen stochastisch/statistischen Algorithmen, weil unsere Hirne beim abgehobenen Prompten nichts lernen.

Aber es gibt sehr sinnvolle, erfolgreiche Anwendungsbeispiele, nur eher nicht Ottonormalsterbliche.

Hier eine sehr anspruchsvolle und inspirierende Projektpräsentation: youtube.com/watch?v=eLDHrqKplV…

in reply to Andreas Bulling

Ich hatte lange vor der praktischen Nutzbarkeit von KI schon den beißenden Eindruck, dass sich an der Uni signifikant Leute herumdrücken, die an Erkenntnis kein Interesse haben.

Wenn mich jemand fragt, ob sie (weiter) studieren soll, stelle ich die Gegenfrage, ob sie denn mehr wissen, hinter noch mehr Kulissen kucken, einen Drang nach Erkenntnis hat. Wenn nicht, lass es doch einfach bleiben.

Zu meiner Uni-Zeit war das in den zahlenstarken Studiengängen ganz schlimm. Sonst ging's.

in reply to Andreas Bulling

"Die generative KI institutionalisiert die Faulheit des Geistes."
informatik-aktuell.de/manageme…
in reply to Andreas Bulling

Also dafür, das ihr angeblich dazu forscht versteht ihr beängstigend wenig von LLM und der preisdrückerei, die das ganze zur Zeit noch am Leben hält...

Finde es ziemlich unglaubwürdig, wenn ein angeblicher Prof auf dem Gebiet genauso uninformiert schwafelt wie Lehrer in Pflegeausbildungen.

Als würde nicht sogar Altman selbst sagen, KI wird niemals nicht halluzinieren.

This entry was edited (Saturday, July 25, 2026, 12:59 AM)
in reply to Andreas Bulling

Wieso werden diese KI Studis nicht knallhart rausgeprüft? Gibt es keine mündlichen Prüfungen mehr? Muss man seine Bachelor und Masterarbeit nicht mehr vortragen und verteidigen? Ist es nicht die Aufgabe der Hochschulen dafür zu sorgen, dass ihre Zeugnisse Qualitätssiegel sind? Wenn die Qualität nicht mehr stimmt wertet das ganze Studiengänge ab. Es leiden dann auch die darunter, die ihr Wissen sich hart erarbeitet haben. ++ Ende Teil 1 ++
in reply to Andreas Bulling

Hmm ... auch ohne KI haben wir schon länger eine zunehmende Welle an Inkompetenz. Oder schon vergessen die Skandale um abgekupferte Doktorarbeiten, oder von Ghostwritern erstellte Dissertationen, Diplome usw.?
Zur fachlichen Inkompetenz kommt eine schon länger immer mehr um sich greifende soziale Inkompetenz.
KI wirkt da nur noch wie ein Brennglas & beschleunigt das ganze nur noch. 🤔
in reply to Andreas Bulling

Als Mitte der 1970er der elektronische Taschenrechner in Schule und Studium erlaubt wurde, haben sich die Aufgabenstellungen verändert. Es ging dann bei den Prüfungen mehr um den richtigen Weg, als um das Ergebnis. Wenn heute der automatische Papagei den Stoff im Studium beherrscht dann müssten sich die Anforderungen anpassen oder den Einsatz vom Auto automatischen Papagei in bestimmten Fällen einfach verbieten?!
in reply to Andreas Bulling

Sehe das Thema auch schwierig. Merke selbst bei meinem Lehrauftrag, wie das Niveau der Studenten (weiter) sinkt. Bei mir ist Prüfungsleistung eine Gruppen-Präsentation mit anschließender Diskussionsleitung. Bei vielen (guten) Inhalten traue ich mir nicht mehr zu, zu beurteilen, ob die Literatur wirklich gelesen und verstanden wurde. Bin daher am überlegen, stattdessen auf eine Klausur umzustellen. Will halt ungerne die Gruppe vor dem gesamten Kurs mit kritischen Fragen bloß stellen.
in reply to Andreas Bulling

die inkompetenz zieht weite Kreise.
Was ich auch beobachte: menschen können keine Wegbeschreibungen mehr geben. Nur noch standorte teilen.
Menschen können kaum mehr erzählen. Video und foto teilen genügt.
Dass es überhaupt erlaubt ist, die llm so zu verwenden, so wie du das beschreibst, scheint mir absurd...
in reply to Andreas Bulling

Ja, wer dieses Spiel mitspielt, macht sich zum willenlosen Handlanger der KI.
Ich sehe solche Beispiele ( in der IT ), wo Leute mittels KI und einer geballten Ladung Unwissenheit ( auf den ersten Blick ) gut aussehende Spezifikationen "produzieren", die aber völliger Quatsch sind. Manche versuchen, solche Spezifikationen dann sogar zu vibe-coden - die Ergebnisse sind vorhersehbar.
in reply to Justbeep

Es hat mich gestern einen halben Tag gekostet, eine solche Quatsch-Spezifikation aus einer anderen Abteilung an meine "einzukassieren".
Den Autor hat es vielleicht 5 Minuten gekostet, sie schreiben zu lassen.
Am Ende, waren dann alle einig, daß es den Aufwand nicht lohnt.

Das ist die andere Seite: pseudo-interlektueller Spam kostet jede Menge Zeit.

Wer kompetent ist, kann mit KI durchaus schneller bessere Ergebnisse produzieren, aber das ist - nach meiner Erfahrung - trotzdem HARTE DenkARBEIT ( auch in Interaktion mit einer KI, die ja auch helfen kann, ein Problem zu durchdringen, eigene Widersprüche aufzudecken, etc. )

Ansonsten gilt weiter:
A fool with a tool is still a fool.

Hoffen wir darauf, daß nicht zu viel Schaden entsteht ... und auf Darwin ...

in reply to Andreas Bulling

Genau das ist einer der Punkte, die ich immer befürchtet habe.
KI kann nur überwacht und im Griff behalten werden, wenn es Menschen gibt, die die Prozesse VERSTEHEN und beisteuern können.
Das funktioniert aber nur durch eigenes WISSEN.
Und damit ist nicht gemeint, das wissen (absichtlich klein), wie man CHAT GPT fragt.
Seufz.
Danke für Deine Arbeit!
in reply to Andreas Bulling

Erschreckend. Als jemand, der das gesamte akademische System durchlaufen hat, muss ich aber auch sagen: Entlarvend, dass wir darauf keine echte Antwort haben, da die Bewertung von Studierenden so stark auf dem mechanischen Abfragen von Wissen beruht. Da fällt uns das verschulte Bologna-System nochmal besonders auf die Füße.
in reply to Andreas Bulling

Genau deswegen spreche ich immer vom Gegenteil der Aufklärung (im kantschen Sinne): der Verstand ist da, aber sie entschließen sich, diesen nicht zu benutzen. 😔

Es trifft aber nicht nur die neuen Leute auf dem Arbeitsmarkt. Ähnlich gruselig empfinde ich es, wie auch Menschen, die jetzt 40-70 sind, auf ähnliche Art und Weise in Rekordzeit ihr Hirn auslagern. Und einige davon stehen in der Hierarchie im Büro nominell über mir und diskutieren immer wieder mit mir, ob ich nicht doch KI verwenden möchte (Spoiler: NEIN!) - das sei ja so praktisch und schnell.

Ja, und in jeder Facette problematisch (bei genAI): Diebstahl von Trainingsdaten, Stromverbrauch/Umweltprobleme, inhaltlicher Schwachsinn, fehlendes Verständnis, schwindende Fertigkeiten, Kostenexplosion, .....

in reply to Andreas Bulling

Wir benötigen einen "Neuen Turing Test" mit dem die Lehrenden effizient prüfen können, ob die Studierenden echtes Verständnis für die Materie erworben haben. Die bisherigen Konzepte der schriftlichen Ausarbeitung sind tot. Ggf. Ist eine KI, die mit individuellen Fragen ein Interview mit dem jeweils komplett isolierten Studenten führt sogar die erste Lösung für die grobe Einstufung. Ganze Etagen voller Interviewkabinen werden dann zum Standard einer Uni.
in reply to Andreas Bulling

Als ich aus der Uni gefallen bin, so anno 2013, haben einige meiner Komillitonen Leistungsscheine nicht bekommen, weil ihre Arbeiten offensichtlich aus Wikipedia kopiert wurden oder die (damals noch nicht so elaborierte) Plagiatsprüfung irgendwo ansprang.

Klar: Es wurde viel zitiert. Aber das folgte dann Regeln und musste peinlich genau deklariert werden.

Philosophisch ist das jetzt übrigens spannend: Ein KI-Erzeugnis hat ja "keinen Urheber". Es ist generell das Ergebnis einer Wahrscheinlichkeitsberechnung. Das Ergebnis ist also "genuin neu", der Gedanke der den Prompt erzeugt hat, hat vielleicht (vielleicht auch nicht) Schöpfungshöhe und Verständnis des Problems, wenn auch nicht der Lösung. Könnte das dann die "Eigenleistung" sein? 🤔

in reply to Nerdosoph

Ich meine: Wenn ich einfach nur "Lös mir diese Aufgabe" in ein LLM reinkippe, dann bekomme ich eine "wahrscheinliche Lösung", ohne das Problem der Aufgabe verstanden zu haben.

So wie ich LLMs gelegentlich benutze, muss ich mir aber schon ziemliche Gedanken über das Problem machen, dass ich lösen will. Ich muss das Problem, dass es zu lösen gilt also erstmal selbst verstehen, bevor ich eine Frage so formulieren kann, dass die Maschine es für mich löst. Ich brauche also viel Zeit, um einer Wahrscheinlichkeitsmaschine zu erklären, was eigentlich mein Problem ist, damit ich dann ein Ergebnis bekomme, dass es löst. Zzgl. sehr häufigen Refinements. Aber ja: Wirkliches Lösungswissen baue ich dadurch nicht auf. Außer über das berenzte "Verständnis" von LLMs.

in reply to Andreas Bulling

Horror 😬 ... Wie könnte man verhindern, dass Leute ohne Wissen einen Abschluss machen?

Und ich fürchte, die, die noch Wissen erwerben, werden nicht umworben werden ... Weil die Chefs Kompetenz dann auch nicht mehr erkennen können, wenn sie selber so inkompetente KI-Fans sind. Wenn sogar der besagte Student bei der Deutschen Bank unterkam 😳 ...

Bei der Jobsuche kommt es ohnehin weniger auf Leistung an, als auf Beziehungen und Klasse ...

in reply to Andreas Bulling

Eigentlich wollte ich zu Deinem Tröt einen längeren Thread schreiben, habe mich dann aber anders entschieden. Nur so viel: Das #Handwerk im Allgemeinen und meins im Besonderen hat eine sehr ähnliche Entwicklung bereits hinter sich. Mit m. M. n. katastrophalen Folgen. Ich hoffe, Ihr findet Wege, dagegen anzugehen. Es entwickelt sich sonst eine Spirale der Unfähigkeit in allen Bereichen.
in reply to Michael Salbeck

Dieser Podcast zu dem Thema KI an Unis ist auch sehr aufschlussreich:
fazwissen.podigee.io/212-neue-…
"In dieser Folge erzählen wir den spannenden Fall des amerikanischen Ökonomie-Professors Roberto Serrano von der Elite-Universität Brown. Er hat geschaut, was passiert, wenn er seine Studenten ohne Chatbot arbeiten lässt. So viel sei verraten: Das Ergebnis spricht nicht für die Arbeitsmoral der Elitestudenten im KI-Zeitalter."
in reply to Andreas Bulling

Und ich Romantiker behaupte immer, dass jede Prüfung auch immer eine mündliche Prüfung /Verteidigung beinhaltet, bei der dann doch alles auffliegt und der Kandidat mit 0 Punkten und ohne Abschluss das Etablissment verlässt.! Arbeitet ihr bereits an der Änderung der Prüfungsordnung? Hoffentlich!
in reply to Andreas Bulling

1/3

1961 fing Perry Rhodan damit an, dass ein gestrandetes Arkonidenschiff auf dem Mond entdeckt wird. Die Arkoniden: technisch Jahrtausende voraus – und praktisch handlungsunfähig. Seit Generationen erledigte die Maschine alles, am Ende scheiterten sie an den einfachsten Dingen. Da habe ich das Wort "degeneriert" zum ersten Mal gelesen. Es fällt mir seitdem regelmäßig wieder ein, wenn ich sehe, was KI vor Ort tatsächlich anrichtet.

This entry was edited (Saturday, July 25, 2026, 7:27 AM)
in reply to Andreas Bulling

Dass KI zu Bedienen keine Intelligenz erfordert, sie nicht hinterfragt und auch nicht verstehen will, dass es ein ferngelenkter Prozess des Betreibers ist, der einen Menschen steuert statt umgekehrt, ist das, was die ganze Zeit ignoriert wurde! Natürlich absichtlich, es geht um Kontrolle über die Menschen, das zeigt die Regierung im Handeln, die Privatwirtschaft der Techkonzerne, Banken, Mächtigen. Suche nach Autonomie, Verstand, Menschenrechten, Sozialen Blick erfolglos!
in reply to Andreas Bulling

ist dieser Post eigentlich auch mit Hilfe von LLMs geschrieben worden? Manche Formulierungen lesen sich so und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die Leute die Formulierungen immer mehr übernehmen (z.B. "Kurzer Realitätsabgleich" sehe oft in KI generierten Output) oder ich langsam etwas paranoid werde.
in reply to rappet

@rappet
Solche Abgrenzungen wird man immer weniger ziehen können. Letztlich ist ein LLM auch nur ein Sprachmodell wie jedes andere was Menschen entwickelt haben, wie Landessprachen, Ortsdialekte, technische Sprachen, wissenschaftliche Formulierungen, juristische, bürokratische.., ob intelligente, dumme, geschwurbelte, märchenhafte, halluzinierte... Es schleicht sich alles in den täglichen, umgangssprachlichen, beruflichen.. Gebrauch ein, als Teil unserer nie stillstehenden, natürlichen Sprachentwicklung. Völlig unabhängig davon ob man nun selbst aktiv bewusst bestimmte Modelle benutzt oder nicht, wird man davon beeinflusst. 🤷‍♂️
@abulling
in reply to Andreas Bulling

meine bisherige (wenn auch noch Recht kleine) Erfahrung mit AI für die Softwareentwicklung ist, dass ich dennoch ein gutes Problem- und Lösungsverständnis brauche. Das übt man ja an der Uni durch Übungsaufgaben. Wenn man das nicht trainiert, kann man später echte Probleme nicht lösen.

Letztens habe ich einen Vergleich gelesen, der da vielleicht passt. AI an der Uni zu nutzen ist wie Maschinen benutzt um im Gym Gegenstände zu haben anstelle selber die Übungen zu machen.

in reply to Andreas Bulling

Hatten wir den Punkt der Beliebigkeit nicht bereits erreicht, als die Wahrheiten aus Diskursanalysen die logisch begründeten Erkenntniskonzepte abgelöst haben und Sir Karl R. Popper nur noch "Ich verstehe Sie nicht" antworten konnte. Die KIen setzen doch nur phraseologische Schwurbeleien ins Uferlose fort, weil sie Wortmengen in industrieller Geschwindigkeit aneinanderballen.
in reply to Andreas Bulling

Die Frage ist, ob die, die Dinge noch selbst erarbeiten noch die Chance haben so gute Noten zu bekommen, dass sie hinterher einen Job finden. Werden sie in Prüfungen mit KI-Arbeiten mithalten können oder schlechter benotet werden & dann garnicht mehr zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden?
in reply to Andreas Bulling

wer sollte für diese Leute viel zahlen, wenn sowieso alles mit KI lösbar ist? Ich meine, wenn es an der Uni nicht geschafft wird, Aufgaben zu erarbeiten, die nicht mit KI lösbar sind. Wo sollten solche Aufgaben dann entstehen?

Also entweder stellt ihr eure Aufgaben falsch oder die Kompetenz, Aufgaben mit dem Kopf zu lösen ist nicht mehr erforderlich.

in reply to Andreas Bulling

Der unreflektierte Einsatz von KI ist sicherlich problematisch und kann dazu führen, dass eigenes Denken und Verstehen zunehmend in den Hintergrund geraten. Die daraus abgeleitete, sehr pauschale Darstellung einer selbstgewählten „Generation der Inkompetenz“ greift aus meiner Sicht jedoch zu kurz.

Aus verlässlichen internen Quellen weiß ich, wie groß Leistungsdruck, Überforderung und Existenzängste unter Studierenden inzwischen geworden sind. Manche brechen ihr Studium ab, weil sie der psychischen Belastung nicht mehr standhalten. Für andere kann KI eine wichtige Unterstützung sein, um das Studium überhaupt bewältigen zu können.

Ich kenne außerdem Professoren an der Uni Stuttgart, die den sinnvollen Einsatz von KI akzeptieren, selbst damit arbeiten und ihn den Studierenden entsprechend vorleben. Entscheidend wird daher sein, Lehr- und Prüfungsformate so weiterzuentwickeln, dass KI sinnvoll eingebunden werden kann, ohne eigenständiges Denken, Lernen und Verstehen zu ersetzen.

in reply to Andreas Bulling

Die Annahme, dass das auch in anderen Studiengängen wie z.B. Humanmedizin so abläuft, sollte zutreffend sein. Mit einer funktionierenden medizinischen Versorgung dürfte es dann bald vorbei sein.

Man kann nur noch hoffen, dass die KI-Blase bald platzt und diese Konzerne in die Insolvenz getrieben werden.

in reply to Andreas Bulling

Man kann allerdings die KI auch gut als Sparringspartner nutzen, um sich Dinge zu erarbeiten. So wie man einen Hammer für einen Nagel oder eine Schaufensterscheibe nutzen kann...

Wenn jemand später mit Hilfe der KI das Jobprofil erfüllt, indem er sein Leben lang als Prompter die KI bedient - bitte schön. Man, muss dann aber halt mit der Stupidität und damit leben, dass die KI Anbieter einen Teil des Arbeitslohns fressen.

in reply to Andreas Bulling

Ich glaube Ähnliches auch bei der Softwareentwicklung. Die Leuten mit Erfahrung können mit der KI viel erreichen und auch gute Sachen bauen, weil sie die Ausgaben der KI bewerten können. Juniors kriegen keine Arbeit, "weil die KI die Aufgaben übernimmt". Woher soll dann aber die nächste Generation von erfahrenen Entwickler:innen kommen?
in reply to Andreas Bulling

Leider treffen die (noch) gefragten, gutbezahlten Kompetenten auf ein Arbeitsumfeld, das mit Inkompetenten gesättigt ist.

Es gibt keine zwei Wirtschaftsuniversen, bei denen es im KI-freien Universum läuft und im anderen nicht.

Wir sind gemeinschaftlich im Eimer!

LARP "Idiocracy"!

in reply to Andreas Bulling

Ist das nicht vor allem eine Aufgabe für die Lehre? Prüfungen, die ein LLM besteht, sind vielleicht nicht mehr zeitgemäß. Aufgaben mit Lösungen, die nichtp autogeneriert werden können, sind eine Herausforderung, aber nicht unmöglich. Mündliche Prüfungen skalieren nicht gut, aber da muss sich institutionell etwas ändern.

In deinem Szenario bin ich weniger optimistisch was Leute angeht, die Dinge Verstehen und denken können: Die werden eher als Hexen verfolgt denn hofiert werden.

in reply to Andreas Bulling

Da muss man uniseitig ans Setup der Prüfungen ran, simple as that. Keine Zulassung von Smartphones als Hilfsmittel. Klausurfragen, die in handschriftlichen Essays in einem Prüfungsraum bearbeitet werden müssen (praktiziert die Hochschule Zittau-Görlitz so, an der ich in diesem Semester nen Lehrauftrag hatte).
in reply to Andreas Bulling

Es lebe die Mündlichprüfung. Ohne Zugang zu KI. Da kommt die Kompetenz sehr schnell zum Vorschein. Oder auch nicht.

Wenn Unis solch ganz und gar inkompetente KI Prompter mit einem Abschluss in die Arbeitswelt entlässt, sind sie ein erheblicher Teil dieser heranrollenden Welle der Inkompetenz.

Tut etwas dagegen. Noch seid ihr kompetent genug dazu!

in reply to Andreas Bulling

Das damit assoziierte Problem ist, dass diese kritischen Personen es immer schwerer haben werden, überhaupt gesehen zu werden. Ihre Bewerbung unter vielen anderen liegen wird, die mit Software ausgelesen werden. Ihr Output erstmal langsamer zu entstehen scheint, unter einer Welle des ungeprüften Outputs. Und damit noch mehr als heute Bekanntschaften zählen werden.

Davon ab, ich bin sehr positiv gegenüber der Nutzung moderner Technologien wenn der Output von den Nutzenden auch kritisch hinterfragt und evaluiert wird - was beim Ablesen der LLM-Antwort im Gespräch definitiv nicht stattgefunden hatte. Und dann werden wir natürlich auch Fälle sehen, in denen Abschlussarbeiten die Fragestellung (sehr) gut bearbeiten, und dennoch von einer Software geschrieben sind.

Wahrscheinlich müssen Universitäten mehr Fokus auf mündliche Evaluationen legen, un Kompetenzen zu überprüfen, und gleichzeitig die Welt sich fragen, wie sie Absolventen, die ins Team passen - sei es exzellente LLM-Nutzende oder kompetenzanwendende Fachkräfte -, auch finden kann.

in reply to Andreas Bulling

Einen der ersten Abgänger dieser "KI-Gebildeten" war kürzlich bei uns in der Probezeit. Wir haben ihn nicht übernommen.

Das Problem ist bereits da und wird, so sehe ich das auch, schlimmer werden - irgendwann werden wir Leute einstellen müssen (auch wenn der Trend gerade nicht danach aussieht).

Ein Teil wird den Job eines (vermutlich billigen) KI-Bedieners haben. Ein Teil wird ein sehr teurer Experte sein - die Frage ist wieviele wir von diesen Experten am Ende wirklich brauchen.

In Innovationsprojekten werden wir mehr Exerpten brauchen, welche das Ausmaß einer technischen Entscheidung nicht nur KI überlassen werden können. Das ist bereits jetzt so:

KI drängt in meinen Job und ich muss lernen damit umzugehen. Aber ich bin noch sehr gut in der Lage zu erkennen wenn sie Murks fabriziert. Ohne Erfahrung ist das fast nicht möglich.

Die Herausforderung wird jetzt und in Zukunft sein, hier die richtigen Weichen zu stellen. Wo darf in Beruf und Ausbildung KI ohne Expertenwissen eingesetzt werden und wo nicht?

in reply to Andreas Bulling

Ich betreute Elektronik Praktikanten und Thesis Schreibende sowie unterstütze auch bei Anwerbungen und kann die Aussage bestätigen.

KI ist leider nicht das einzige Problem, weshalb die Qualität zurück geht. Dazu kommt schlichte fehlende Praxiserfahrung, da während Corona viele Praktika schlicht ausgefallen sind, sowie fehlendes praktisches wissen generell.😦

Es wird immer schwieriger, die guten aus der Masse zu finden. Es ist die sprichwörtliche suche nach der Nadel im Heuhaufen.🥴

This entry was edited (Saturday, July 25, 2026, 2:18 PM)
in reply to Andreas Bulling

der Beitrag ist überlang , um nichts auszulassen. Aber halt, gab es für den Betreuenden keine Prüfung? Hier lese ich , er wusste selbst nichts, war inkompetent. Wieso konnte er sich ohne Abschluss bei einer Bank erfolgreich bewerben? Der Beitrag sagt alles, ausser, wieso KI und ChatGPT in der Prüfung zugelassen waren. Demnach wäre die Prüfkommission mitverantwortlich für den Abschluss mit Inkompetent. Sonst hätte er durchfallen müssen.
in reply to Andreas Bulling

Das Problem ist, dass Schule und Uni so designed sind, dass Bildung und Selektion dort stattfinden. Schüler und Studierende empfinden einen hohen Selektionsdruck, um Arbeitsmarkt bestehen zu können und so wandert der Fokus weg von Bildung hin zu "ich muss nur irgendwie bestehen, um einen Job zu bekommen". Es ist Aufgabe von Politik und Lehrpersonal, den Fokus von Selektion zu Bildung zu verschieben.
in reply to Andreas Bulling

wir haben erste Devs, Seniors aus anderen Unternehmen, keine Studis, als Kandidaten abgewiesen wegen völligem Versagen in technischen Interviews. Plauderei drumrum bei einem: LLM Poweruser, dachte er schlägt sich gut. Die stelle war flexibel Junior bis Senior btw, nicht mal als Junior taugte der. Und wir sind weiß Gott keine besonders technisch starke Abteilung. Mir ist echt alles aus dem Gesicht gefallen. Werde wohl mal nach mehr Gehalt fragen :blobcatshrug:
in reply to grob (teeth era) 🇺🇦🏳️‍🌈🏳️‍⚧️

und wir sind übrigens eines dieser Unternehmen, die voll auf dem LLM Hypetrain sind. Wenn wir den nicht anstellen, stellt den niemand an. Ist mir ein Rätsel, wie der momentan arbeitet. Top-Firmen im Lebenslauf und aktuell. Major wat, das ganze.
in reply to Andreas Bulling

Und die Konsequenz davon: die LLMs haben irgendwan kein neues Material mehr zum "Lernen". Bzw. sie lernen irgendwann von allem was sie selbt schon mal "ausgegeben" haben. So geht dieses ganze Modell zugrunde. Irgendwann.
Aber ich sehe LLMs - z.B. auch lokal gehostet - durchaus als gute Helfer im Alltag. Sie können gewisse Arbeiten und übernehmen und Dinge vorbereiten, die sonst viel Mühe und Sissifusarbeit ist. Aber das ist ebenfas Wichtigste: es ist ein Tool, dass man wissen muss einzusetzen.
in reply to Andreas Bulling

danke für den Einblick und deine Bewertung der Situation. Zum einen kann ich dies sehr gut nachvollziehen - mehr noch mache ich mir selbst Sorgen, ob der intensive Einsatz von KI (sei er auch noch so bewusst und produktiv) auch mich als „ausgelernten“ und erfahrenen Professional mittelfristig meiner mühsam antrainierten Fähigkeiten beraubt.
Gleichzeitig liest es sich jedoch ein bisschen wie die Warnungen vorm Fernsehen oder dem Internet. Ist das übertrieben?
in reply to Andreas Bulling

$Kollege hat hier für komplexere Dinge Testpläne mittels eines LLM zusammenstellen lassen.
War sichtlich stolz auf seine über 800 Testcases.
Kritische Sachen wurden nicht abgedeckt.

$Kollege sucht jetzt zwangsweise nach nem neuen Job.

Ich fürchte nur, dass es in vielen Fällen erst sehr viel später auffallen wird und für Firmen in nem gigantischen Liability Risk enden wird.

in reply to Andreas Bulling

Das Problem ist da und es ist sicher nicht einfach zu verhindern. Aber es ist natürlich auch kein Naturgesetz, wie es hier dargestellt wird. Natürlich sind die Übungen oft mit KI. Damit wir aber nicht die KI prüfen, prüfen wir hier Vorlesungen und Praktika in Präsenz ohne KI.
Abschlussarbeiten bei denen eine Täuschung festgestellt wird, werden natürlich auch so behandelt. Daher verstehe ich auch das Beispiel mit Antworten mit KI in einer Abschlussprüfung nicht.
Unknown parent

@Blacker Wenn denn kritisches Überprüfen stattfindet. Das sehe ich gerade bei Kolleg*innen im IT-Bereich immer weniger. Daher finde ich das schwierig zu vergleichen. Früher konnte man sich zwar auch Sachen aus bspw. der Wikipedia herauskopieren, aber man musste immer noch eine Facharbeit daraus bauen und ggf. paraphrasieren, damit man nicht zur nächsten Guttenbergaffäre wird. Jetzt hat man eine Maschine die einem das komplett abnimmt und auch noch nicht existierende Quellen nennt.
in reply to Andreas Bulling

Gutes Thema. Vermutlich ja von den Machern der KI Systeme gewollt (halt du sie dumm, ich halte sie arm)?

Im übrigen, warum ist es erlaubt? Sind mündliche Prüfungen ohne technische Hilfsmittel nicht Usus? Warum darf man das nutzen? Wenn das JEDE/R/S kann, dann bin ich auch Dr. in allen Fachbereichen, denn auch ich habe Zugriff auf die KI.

Hurrah wir verdummen...

in reply to Andreas Bulling

Hoffentlich hast du Recht damit, dass Leute, die selbst denken bald gefragt sein werden.

Es gibt leider richtig viel schlechte Lehre an meiner Uni. In einem Unipraktikum war der Betreuer praktisch nie da, hat uns davon abgeraten, ihn um Hilfe zu bitten und konnte schlechter helfen als KI. Absolut unterirdisch. Teile des Kurses waren ohne KI kaum machbar, weil das nötige Wissen nirgends aufbereitet bzw. auffindbar ist.

in reply to Andreas Bulling

Oder sie werden #€xUPolitiker am besten #Bundeskanzler
Da scheinen Inkompetenz, absolute Abwesenheit von auch nur irgendwelchem Wissen über irgendwelche Zusammenhänge gepaart mit arrogantem Anspruchsdenken / "Frechheit siegt" zum Berufsbild zu gehören.

Na gut.
#SPDPolitiker geht auch.

#KI

in reply to Andreas Bulling

Kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich teile Deine Befürchtungen. Wir haben einige Studis, die genau wissen, was sie tun, KI für die Drecksarbeit nutzen, bei der man nichts lernt ("ich habe hier Daten und dort ein API, wie kriege ich die einen in das andere?") und ansonsten aber selbst im Sattel sitzen. Der überwiegende Teil der KI-Nutzer ist aber wie du sagst im "solution extraction mode" und lernt dabei nichts.
in reply to Andreas Bulling

Ein befreundeter Prof von der Uni Bochum hat mir dazu das geschickt:

wissenschaftsrat.de/SharedDocs…

in reply to Andreas Bulling

The media in this post is not displayed to visitors. To view it, please go to the original post.

Danke für ausführlichen Situationsbericht von der KI-Front in der akademischen Bildung😇
Wie bei jedem hype auch hier eine Realitätskorrektur.
In Bezug auf die Jobanforderungen ein aktuelles Beispiel eines renommierten Geschäftsberaters, unter dem Schlagwort «Nachhaltigkeit» mit doch sehr offensichtlicher Ausrichtung (meine highlights).

Ob diese Beratenden und von ihnen Beratene dann wirklich in erster Priorität «selbst Dinge erarbeiten …»

#Nachhaltigkeit #digitalesouveränität

[1/2]

in reply to chris 🔓 Digital Sovereignty

Meine bisherige Erfahrung: unter wachsendem Druck ist kaum jemand bereit, sich gegen eine totale Abhängigkeit von BigTech zu stellen (stadt-zuerich.ch/de/aktuell/me… ). Praxis- und Resultat-orientiert bedeutet dann auch bei KI eine Monopol-Dominanz.
Microsoft hat übrigens seine 2021 gross angekündigten Nachhaltigkeitsziele (techcommunity.microsoft.com/t5… ) angesichts einer neuen Prioritätensetzungen auf KI still begraben. (blogs.microsoft.com/on-the-iss… )

#Greenwashing #Microsoft #KI

2/2]

in reply to Andreas Bulling

> Diese Leute werden in nicht allzu ferner Zukunft
> hart umworben werden, sich jeden Job aussuchen
> können und sehr gut bezahlt werden.

Dazu die politischen Bestrebungen, dass Studium wieder stärker Menschen mit vermögendem Elternhaus vorzubehalten.

Das verkleinert diesen Pool dann auch nochmal erheblich.

in reply to Andreas Bulling

Meine Gedanken zu AI-Coding: Der Softwareschreiber muss mehr können, er ist jetzt Projektmanager. Er muss die Spec hinterfragen, Schnittstellen definieren, den Code in Abläufen strukturieren, die Codesubroutinen festlegen. Dann diese seinen Mitarbeitern, den AIs, die Erstellung delegieren. Das Ergebnis beurteilen, schlechten Code (Struktur, Ablauf, Schnittstellen, Laufzeiten, ...)erkennen und zurückweisen. Wichtig ist auch, dass der Code das nicht macht was er nicht soll.
in reply to mancas

@mancas
Das ist mein Schreckgespenst für meine Zukunft als Softwareentwickler. Wie vor 20 Jahren, als allerlei Entwicklungsarbeit an billige Firmen in Indien vergeben wurde ("Outsourcing") um teure Entwickler zu sparen. Entwickler, die stattdessen viel Zeit in extrem detaillierte Spezle stecken mussten, die Ergebnisse reviewen und Nachbesserungen einfordern.
Und schließlich gekündigt haben, weil solch ein Job einfach nur Strafarbeit ist.
in reply to Andreas Bulling

Wie es der Zufall will, war #KI gerade gestern auch wieder Thema auf einem der unzähligen Sommerfeste. Das Interesse an KI, aber auch die Sorge ist groß und meine Meinung ist bei solchen Events deswegen meist gefragt. So auch gestern.

Einen Punkt wollte ich noch unterstreichen, der schon in manchen Kommentaren unter meinem ursprünglichen Post am Rande aufkam und der auch gestern wieder aufkam:

Was wir heute KI nennen ist ein Tool. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Von wirklicher Intelligenz, so wie wir sie mit dem Vorbild u.a. des Menschen verstehen, sind wir noch meilenweit entfernt. Aber: In den Händen von kompetenten Anwender:innen (siehe Ursprungspost) ist es ein sehr mächtiges Tool, das die Produktivität deutlich steigern kann. Das sehen und erleben wir in unserer Forschung tagtäglich.

Aber nur bei kompetenter Nutzung. In den Händen von inkompetenten Anwender:innen erzeugt es eine fatale Abhängigkeit und ein (oft ungerechtfertigtes) Gefühl von Befähigung, die beide aufgrund der fehlenden, kompetenten Validierung der Ausgaben der KI-Modelle zu fatalen Fehlern führen können. Diese Anwender:innen sind den KI-Tools in gewisser Weise ausgeliefert. Und sie erzeugen auch nicht annähernd vergleichbare Produktivitätssteigerungen. Oft das Gegenteil.

Das ist m.E. die realistischere Sicht auf die aktuellen KI-Modelle - zwischen den oft zu lesenden, aber wenig hilfreichen Extremen der Verteufelung und Vergötterung.

#ki
This entry was edited (Thursday, July 30, 2026, 8:01 PM)

Florian Schmidt reshared this.

in reply to Andreas Bulling

Wer von euch ein @riffreporter Abo hat (was ich sehr empfehlen kann), findet hier einen thematisch passenden Artikel vom Oktober 2025.

"Oertners harte Schlussfolgerung: „Wissenschaftlichem und akademischem Betrug ist mit technischen Mitteln nicht mehr beizukommen.“ Wer KI-gestützt plagiiere, lerne dabei nichts und trage nichts zum Erkenntnisfortschritt der Menschheit bei, könne aber kaum noch überführt werden. „Ein Appell an die Redlichkeit und Verantwortlichkeit der Akteure ist alles, was den Hochschulen bleibt“, folgert sie."

riffreporter.de/de/wissen/plag…

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in reply to Andreas Bulling

Vielleicht sammle ich unter diesen Posts mal Artikel/wissenschaftliche Erkenntnisse, die den selbstgewählten Kompetenzverlust durch die Nutzung von #ki beleuchten.

Dieser Artikel macht den Anfang:
theguardian.com/books/ng-inter…

#ki
in reply to Andreas Bulling

ich bin kein Ki apologet, soviel möchte ich vorausschicken - aber die ständige Darstellung menschlicher Befähigung als das Nonplusultra intelligenten Daseins finde ich ausgesprochen fragwürdig.
Ohne Frage haben die Menschen einige brillante Geister hervorgebracht und bilden damit die Referenz. Aber der durchschnittliche Hooman ist leider eher ein Volltrottel, als ein Genie.
Wer hatte schonmal einen Gedanken, der zuvor noch nicht gedacht wurde? Wer hat irgendwas erfunden, was es so noch nirgends gab ? Wer nutzt als nächstes Wort nicht jenes, das er für erwartbar und naheliegend hält?
Menschen halluzinieren, als gäbs kein Morgen, sind Opfer ihrer Emotionen und klöppeln sich dann eine rational klingende Rechtfertigung zurecht, machen Fehler und lügen sich in die eigene Tasche und oh, Boy - ethisch sind die Menschen komplett im Arsch zwischen aktiver Verdrängung und irrationaler Verzerrung der Tatsachen. Hoomans sind in der Masse reaktive, unkreative, destruktive, stumpfsinnige Mitläufer und Idioten. Die emotionale und intellektuelle Abhängigkeit von Ausschüttungen ihres Bioreaktors macht es nicht besser.
Es ist ja in Ordnung, festzustellen, dass KI Scheiße ist, aber dann doch bitte nicht immer Alle Hoomans als die strahlende intellektuelle Referenz hinstellen. Wenn wir nicht die einzigen lebenden Teilnehmer im Wettbewerb wären, wäre das mehr als peinlich und selbstzufrieden. 😃
in reply to Andreas Bulling

diese Beobachtungen machen wir aktuell, wenn auch nicht ganz so krass, in den Geschichtswissenschaften auch. Gut 25 Prozent (Tendenz steigend) versuchen, alles die KI machen zu lassen. Leider sind das aber nicht dieselben 25 Prozent, von denen man sich schon immer gefragt hat, warum sie sich ausgerechnet dieses Studium ausgesucht haben.
Schlimmer ist aber eigentlich eher, wie naiv manche Kolleg*innen an das ganze Thema herangehen.
in reply to Max Grund

@stadtwirtschaft Ich befürchte, das wird auch bei euch innerhalb kurzer Zeit noch deutlich oben gehen. Bei uns in der Informatik ist die Affinität vermutlich deutlich höher. Da hat es geschätzt nur ein Jahr gedauert, bis die Nutzung breit zugenommen hat. Nochmal ein halbes Jahr mehr und wir sind bei den (auch geschätzt) 90%...
in reply to Andreas Bulling

Ich hab da sehr viel drüber nachgedacht.

Eine per KI erstellte Masterarbeit ist das eine, aber gibt es überhaupt keine praktischen/mündlichen Prüfungen mehr? So jemensch kann doch keinen Abschluss bekommen.

Ich meine: den Wissensstand der Studierenden kann und sollte eine Uni doch trotz KI jederzeit bewerten können.

in reply to Andreas Bulling

Das Problem mit KI ist überall das gleiche: Der Wert des (menschlichen) gedanklichen Prozesses wird nicht erkannt

Die Abschlussarbeit wird nur als das Dokument gesehen, das am Ende rauskommt.

Neben der KI als Verheißung liegt das auch an unserer Kultur, die das Erreichen des Ziels weit über dem Gehen des Weges einordnet.

Vor langer Zeit habe ich mal was mit Machine Learning studiert und geforscht, heute arbeite ich in der Veranstaltungstechnik und junge Kollegen schreiben ihre Kanallisten mit ChatGPT.

Gleicher Fehler. Die Kanalliste bestimmt, welches Instrument welches Mikrofon bekommt und in welcher Reihenfolge am Mischpult angeschlossen wird.

Die Liste ist ein wichtiger Plan Aber der Weg zu dieser Liste beinhaltet Wichtigeres… passt das Mic zu der Musikrichtung? Habe ich dieses Mic im Fundus? Habe ich die passenden Stative? Wie sind die Kabelwege?

Von dem her mache ich als Alter Mann™ mir um meine Zukunft keine Sorgen. Wenn mein Selberdenken zum Alleinstellungsmerkmal wird… umso besser.

in reply to Nielso

… andererseits, als ich noch in der Software-Entwicklung arbeitete, war ein Problem, dass ich zu gut arbeiten wollte. Ich war laufend zu teuer.

Das ist ein Problem als Inhaltsmensch, wenn man sich wirklich für gute Arbeit interessiert, Probleme durchdenken und gut und auch nachhaltig (*ilities und so, damals) lösen will, dann ist man fehl am Platz.

Und genau hier haben auch Mitarbeiter, die alle Arbeit mit KI schnell hervorwürgen, eben einen Vorteil in unserer Kultur.

Alles so billig und so schlecht wie gerade noch möglich, und den höchstmöglichen Preis erlangen. Das ist die Art von Kapitalismus, die die Liebe zur Arbeit tötet.

Also besser das Herz erst gar nicht dran hängen und überleben, seelisch? Mit KI ist man wenigstens nicht so recht Schuld am hingeschlonzten Ergebnis. Vielleicht kann man in einer inhaltlich dissasoziierten Welt damit besser leben?

Oder eben, wie ich, lange vor KI: Gehen, dorthin, wo ich noch gute Arbeit machen darf.

in reply to Andreas Bulling

Nur mal so zum Verständnis:
Müssen Bachelor und Master Arbeiten nicht inzwischen verteidigt werden? Spätestens da müsste doch auffallen, ob der-/diejenige tatsächlich weiss, worum es in der Arbeit geht und auch den weiteren theoretischen Background. ... und wenn nicht, dann war das eben ein Satz mit 'X' mit der Arbeit!
Analog auch zu wichtigen Semester-/Seminararbeiten ... ich gehe mal nicht davon aus, dass souflieren per sog. KI bei mündlichen Prüfungen gestattet ist, oder?
in reply to Andreas Bulling

Aber wenn es keine Kompetenz mehr gibt, wie soll Kompetenz dann noch erkannt werden? Wer sollte noch nach genuin kompetenten Leuten fragen oder auf die Idee kommen, sie einzustellen und gut zu bezahlen?

Das soll kein Argument dagegen sein, sich Kompetenzen anzueignen, sondern eher ein Infragestellen des "alle Leute werden dich einstellen und gut bezahlen" Märchentraums. The thing is, der Kapitalismus ist am Ende - ein Auslaufmodell. Als Selbstdenker wirst du Teil der Resistance sein.

in reply to Andreas Bulling

Das ist exakt, was ich meinen Kindern predige, die jetzt in dee Mittelstufe sind, wo die anderen Kids beteits Aufsätze von Bots schreiben lassen.

Ich habe sehr genau erklärt, dass sie in der aufkommenden 2 Klassen Gesellschaft von Menschen mit znd Menschen ohne Skills, nicht zur zweiten Gruppe gehören wollen.

in reply to Andreas Bulling

zeigt nicht genau diese beschriebene Hilflosigkeit der Lehrenden, dass das Konzept eben nicht mehr tragbar ist & auch nicht wirklich tragbar war? Denn wenn jetzt erst erkannt wird, durch KI, wie groß die Lücken im System sind, die vorher auch da waren (lediglich nicht so komfortabel ausgefüllt werden konnten), ist das schon ein ziemliches Armutszeugnis der Lehrenden, jetzt mit dem Zeigefinger zu hantieren, statt sich damit auseinander zu setzen, um das System zu verändern.
in reply to Andreas Bulling

die Geschichte vom schamlosen Studi macht mich schon etwas fassungslos, aber was ich mich auch frage: wenn der jetzt bei der Deutschen Bank gelandet ist, hat der also seinen (Bachelor-?) Abschluss machen können? Wenn ja, wie?
This entry was edited (Sunday, August 9, 2026, 11:05 AM)
in reply to Andreas Bulling

Ich habe dieses Phänomen der Inkompetenz aber schon vor 20 Jahren gesehen, weil ständig die Messlatte für Abgänger, unter dem Vorwand, man bräuchte mehr Fachpersonal, herabgesetzt wurde.

Wie kann es sein, dass so jemand den Abschluss besteht?

Hätte ich in einer meiner Prüfungen ein Fachbuch herangezogen um Fragen der Prüfer zu beantworten, die kein Bestandteil der Prüfung gewesen wären, hätte ich sofort die Prüfung versagt.

Wie kann man so jemanden bestehen lassen?

in reply to Andreas Bulling

Ein interessanter, gruseliger Einblick. Ich bin froh, die Basis noch selbst erarbeitet zu haben, dass ich vermittelt bekam, wie man sich selbst Neues erschließt und anwendet und 25+ Jahre Berufserfahrung einzusammeln, bevor die KI kam.

Nutze ich KI im Arbeitsalltag? Ja, aber nicht blind, sondern sehr zielgerichtet. Sie umreißt mir die Struktur großer, fremder Codebases; erklärt mir Probleme, um sie anschließend selbst zu lösen; dient als Rückversicherung; stundenlange, frustrierende Fehlersuche auf Minuten abzukürzen und stattdessen in der gewonnenen Zeit spannenderen Tätigkeiten nachzugehen. Und wenn man weiß, was man tut, können sich 15 € für Token einer einzigen halbstündigen Perplexity-Recherche lohnen, wenn man so eine umfassende Entscheidungsgrundlage für eine anschließende eigenhändige Evaluierung erhält, ohne dafür einen teuren Arbeitstag bei Google verbrannt zu haben.

Ich überlege, wie oft mir im Fediverse zuvor ein Post mit einer derart hohen Zahl an Boosts und Favs begegnet ist.

in reply to Andreas Bulling

neulich von einem sehr erfahrenen Entwickler gehört zum Thema KI coding: Man brauche heute eigentlich nur noch Senior Developer. KI ersetzt Junior Developer, für Konzeptionelles, Kretatives, Code review etc. sind Senior's notwendig (!). Das Problem daran sei, dass wir in 10 Jahren keine Senior Developer mehr haben, wenn es bald keine Junior D. mehr gibt.
Ich glaube, das geht ziemlich in die gleiche Richtung.
in reply to Andreas Bulling

Na wie gut, dass ich nur Fachinformatikerin für Systemintegration lerne und nicht programmieren muss.
Das ich trotzdem die Grundlagen kenne ist dann ja bald eine zusätzliche Qualifikation.
Das ich vorher mal Elektroinstallateurin gelernt habe und ich ganze Infrastrukturen planen kann und auch selbst installieren kann, dass dürfte dann eine sehr seltene Qualifikation sein.
Da gibt es nicht viele Leute, die das mitbringen.
in reply to Andreas Bulling

Die Politik u. Universitäten müssen dringend einschreiten, indem sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Prüfungen radikal verändern.

Anstatt zu versuchen, das Internet der Studierenden zu sperren. Müssen Universitäten zwingend dorthin zurückkehren, wo KI nicht schummeln kann – in den Präsenzraum und in das mündliche Prüfungsgespräch.
rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/…

Es gibt einen massiven Widerspruch zwischen dem, was didaktisch nötig wäre, und dem, was an Universitäten realisiert wird.

in reply to Andreas Bulling

ich bin auch an einer Hochschule. Aber verstehe ich nicht.
Wieso hat der ChatGPT Student die mündliche Prüfung bestanden und einen Abschluss bekommen?
Man muss als Student doch einen Leistungsnachweis bringen, der individuell ist.
Es liegt doch an den (Hoch-)Schulen ob sie solche Leute gewähren lassen.
Aber meine Studis haben teilweise auch andere Probleme.
Sie wissen nicht mal, wie man die Rechtschreibkorrektur benutzt, Informatikstudenten, geschweige denn KI.
in reply to Andreas Bulling

das ist doch nur die konsequente Weiterentwicklung.
„Wieso soll ich Fakten lernen, es gibt doch Wikipedia.“
„Wieso soll ich Vokabeln lernen, es gibt doch …“
„Wieso soll ich selber programmieren, denken, es gibt doch ChatGPT“.

Nichts neues. Das Problem sind nicht die Studis. Das Problem sind die Schulen, Hochschulen, Firmen, die das mitmachen oder unterstützen. Bei uns gibt es keine Projektarbeit oder WAB oder so ohne mündliche Prüfung. Diese ist ohne Notebook oder Handy.

in reply to Andreas Bulling

Da fragt man sich allerdings, warum solche Studis, die so schamlos offen #betrügen, nicht #exmatrikuliert werden, denn was ist das anderes als #Betrug, wenn ich die #KI ganze #Bachelorarbeiten schreiben lasse. Da müsst Ihr mal eure Regeln strammer festzurren und solche Leute aussieben. Das kann man ja wohl keinesfalls durchgehen lassen.
in reply to Andreas Bulling

Danke für die, aus meiner Perspektive, fast schon hoffnungsvollen Worte.
Bin schon bisschen länger in der IT und jetzt mit dem Bachelor (komplett genAI-frei) durch, aber die ganze slop Scheisse verdirbt mir den ganzen Spaß. Eigentlich freue ich mich sehr auf den Master, da ich wissbegierig bin, aber manchmal wenn ich mir ansehe, in welche Richtung sich die Informatik entwickelt, wünsche ich mir fast was ohne Computer zu machen. Finde den AI-Hype unglaublich demotivierend.
in reply to Andreas Bulling

@Fhauschild Was mir ebenfalls Sorgen macht: Im Studium wird hart aussortiert, und es kommt der Moment, wo man sich wirklich durchbeißen muss oder es sich überlegt.

Jetzt kommt jeder durch, und ich finde es zweifelhaft, ob jeder die richtige Motivation überhaupt hat bzw. die Willensstärke.

in reply to Andreas Bulling

Schriftliche Präsenz-Prüfung.
Auf Papier, ohne Hilfsmittel.
Bei meiner Vordiplomsprüfung im Audimax hieß es:
"Sie brauchen sich nicht zu verteilen wie ein ideales Gas - es reicht wenn Sie 3 Reihen und 10 Plätze frei lassen..."

Oder halt mündliche Prüfungen (ggfs. auch nur als Nachfragen zu eingereichten Werken).

Übungen im PC-Pool ohne Internetzugang, ohne Handys.

Ist halt mehr Aufwand.

This entry was edited (Wednesday, August 12, 2026, 7:35 PM)
in reply to vampirdaddy

Bei schriftlichen Arbeiten mündlich nachfragen:
- Kernaussage/Abstract
- auf welchen Teil sind Sie besonders stolz? Warum?
- In Ihrer Arbeit zitieren Sie (aus Literaturverzeichnis gewürfelt). Welche der Aussagen des zitierten Papers stützt Ihre Kernaussage? Warum? Wo sehen Sie Widersprüche zu Ihnen bzw (anderes Paper).

Literaturverzeichnis prüfen - gibt's die Paper überhaupt? Ganz einfach: nach Abgabe um ein ZIP der PDFs bzw. den Papier-Ordner bitten.

in reply to Andreas Bulling

Vielen Dank für diesen Beitrag! Er hat dazu geführt, dass ich diesen Artikel geschrieben habe:

phpunit.expert/artikel/vertrau…

in reply to Andreas Bulling

ich habe mal ein LLM über ein pdf meiner Doktorarbeit von Ende des letzten Jahrtausends laufen lassen.
Rund fünf Sekunden (!!!) hat die Software gebraucht, um die rund 150 Seiten zu lesen und den Inhalt zu bewerten, an denen ich fünf Jahre gearbeitet habe.
Und die Bewertung durch die KI war fachlich und sachlich okay. Auch meine Fragen an sinnvolle nächste Schritte wurden okayish beantwortet.

Ernüchternd!!

in reply to Andreas Bulling

Wir leben nun mit doppelter Geschwindigkeit. Psychopathen lieben das. Normale Menschen mögen diese neuen Ungewissheiten nicht. KI, Kriege, Verdrehungen der Wahrheit, das Auf-den-Kopf-Stellen altbewährter Tugenden, gekaufte Politik und etliches mehr. Die Gier nach Rache … und das weltweit. Ich hoffe, die EU wird ein Hort der Humanität und einer friedlichen, aber wehrhaften Gemeinschaft.
in reply to Andreas Bulling

ich habe ähnliche Befürchtungen...und ich denke gleichzeitig, dass es nie anders war. Durch die Maschinisierung der Produktion wurden Produkte massenhaft verfügbar und es verkümmerten oder verschwanden viele Handwerkskünste,. Produktion wird monopolisiert. Der Menschheit geht es materiell dennoch besser als je zuvor. Die Klimakrise ist die Folge.

Durch das Internet wurde globale Kommunikation massenhaft verfügbar, es verkümmerten und verschwanden Fähigkeiten zur lokalen sozialen Kommunikation. Wissen wurde monopolidiert.Durchschnittlich weiss die Menschheit dennoch mehr als je zuvor. Der kulturelle Verfall der Gesellschaften ist die Folge.

Durch die Maschinisierung des Denkens werdn intellektuelle Prozesse massenhaft verfügbar und es verkümmern und verschwinden gegenwärtig intellektuelle und kreative Fähigkeiten der Individuen. Denken wird monopolisiert. Wie lang wird die Menschheit wie stark profitieren? Was treibt die Entwicklung der Menschheit an, wenn nicht das Denken und geistige Schaffen? Welche Auswirkungen wird es haben?

Jede Welle des Fortschritts wird von einem fundamentalen Irrtum gleichzeitig getrieben und begrenzt.

in reply to Andreas Bulling

Das Maß an „Inkompetenz mit Abschluss“ mag sich durch KI verstärkt haben. Das Phänomen ist jedoch nicht neu.

Früher haben Leute ihre Übungszettel halt abgeschrieben. Da wurden Bachelorarbeiten von Kommilitonen geschrieben und lediglich präsentiert.

Die echte Prüfung beginnt in der Probezeit beim Arbeitgeber. In der IT merkt man spätestens beim Codereview/Pair-Programming, ob jemand etwas kann.

„Was ist ein Array?“ - Zwei Stunden später kommen die Entlassungspapiere.

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