in reply to Sonja Lemke

Als Kind und Jugendlicher in der DDR bekam ich viele Bücher über Technik und Naturwissenschaften geschenkt, die mich sehr geprägt haben. Ich erinnere mich an zwei aufwändige gemachte Bücher im Großformat über Astronomie und einen biographischen Jugendroman über Marie Curie, der anschaulich machte, wie sie ihre Gesundheit ruinierte, als sie aus Pechblende Radium und Polonium extrahierte.

Solche Bücher waren gut verdaulich, weil sie nicht so viel von der holzschnittartigen Regierungspropaganda enthielten, die politische und gesellschaftswissenschaftliche Publikationen durchzog.

Nach der Wende, als Erwachsener, hatte ich lange eine große Abneigung gegen Sachbücher. Vielleicht weil ich sie als Fachbücher für Dumme, die es bleiben sollten, ansah. Oder als Ratschläger (ein Wort, das ich bei Ror Wolf fand).

in reply to Sonja Lemke

Schwer zu sagen, weil ich viele tolle Sachbücher kenne.

Aber mein erstes, wenn man so will, waren Erzählungen meiner Mutter, noch liebevoll gebunden und illustriert: Die Geschichten um "Dr. Kleinermacher", der einen Verkleinerungstrunk erfunden hat und damit mit den Nachbarskindern die kleine Welt im Großen bereist und erklärt.

Bei den "Mündern" der Blätter, wie sie Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, habe ich heute noch dies Bild vor Augen☺️

Hat auch in der Schule geholfen 😉

in reply to Sonja Lemke

In meiner Jugend die ganzen Schinken von Hoimar von Ditfurth.
"Im Anfang war der Wasserstoff" war sehr prägend für mein Interesse an Naturwissenschaften, insbesondere Physik, denke ich.
"So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Es ist soweit" kam sehr meinem, damals pubertären, Fatalismus entgegen. So eine Art "heiteren Fatalismus" und abschätzigen Blick auf meine Spezies habe ich mir seither erhalten.
in reply to Sonja Lemke

Also jetzt nicht die ganze Weltsicht. Oder ist das, was du meinst?

Aber den Blick auf manche Dinge hat zuletzt Cyberlibertarianism von David Golumbia verändert und erweitert. Ich bin noch nicht durch. Liest sich nicht so super-locker. Aber sehr interessante Gedanken. Leider gibt es meines Wissens (noch?) keine deutsche Übersetzung.

upress.umn.edu/9781517918149/c…

This entry was edited (2 days ago)
in reply to Sonja Lemke

Lulu Miller "Warum es keine Fische gibt" - Im Prinzip die rote Pille aus der Matrix. wengorz.de/2023/10/31/lulu-mil…

Seit dem habe ich ein Gefühl dafür, wie mächtig und veränderbar Ideen sind.

Auch nice: Rutger Bregman - "Im Grunde gut" weil es mit dem ganzen anti-sozialen Wissen aufräumt, dass berühmte Sozialpsychologen ab den 1940ern fabriziert haben und das viele von uns mit sich rumtragen.

This entry was edited (2 days ago)
in reply to Sonja Lemke

Die Liste ist lang und divers. Das ist nur ein Auszug.

  • Als Kind: alle Was-ist-was-Bücher
  • “The Dawn of Everything: A New History of Humanity” von David Graeber und David Wengrow
  • “Bullshit Jobs” von David Graeber
  • “LTI” von Victor Klemperer
  • “Menschen in Auschwitz” von Hermann Langbein
  • “The Origins of Totalitarianism” von Hannah Arendt
  • “Aufstieg und Fall der Dinosaurier” von Steve Brusatte
  • “Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache” von David Crystal
  • “Warum Europa eine Republik werden muss” von Ulrike Guérot (vor ihrer Schwurbelei)
  • “Earth: Portrait of a Planet” von Stephen Marshak
  • “Nie mehr zurück in dieses Land” von Uta Gerhardt (Hg.) und Thomas Karlauf (Hg.)
  • “Recollections of a Racketeer: Smuggling Hash and Cash around the World” von Patrick Lane
  • “Ausgebremst” von Katja Urbatsch
  • “Das Kapital im 21. Jahrhundert” von Thomas Piketty

#Lesen

in reply to Sonja Lemke

Eugen Drewermann, "Strukturen des Bösen"

Seine Habilitationsschrift. In drei Bänden legt er die Genesis aus: Fundamentaltheologisch in Band 1.
Psychoanalytisch in Band 2 (Freud & Jung).
Philosophisch in Band 3 (Kant, Hegel, Kierkegaard, Sartre).

Auch für nicht-religiöse Menschen (wie bspw mich) sehr bereichernd und horizonterweiternd.

#Drewermann #religion #theologie

in reply to Sonja Lemke

Da denke ich zuerst an "Digitaler Kolonialismus – Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen"
tomes.tchncs.de/book/91393/s/d…

Wirklich lehrreich und dabei spannend und zugänglich geschrieben.

in reply to Sonja Lemke

Catching Fire: How Cooking Made Us Human von Richard Wrangham

Tiere wie wir: Warum wir moralische Pflichten gegenüber Tieren haben von Christine M. Korsgaard

Die Wahrheit über Eva: Die Erfindung der Ungleichheit von Frauen und Männern von Carel van Schaik und Kai Michel

Mama's Last Hug von Frans de Waal

Sie nannten es Arbeit: Eine andere Geschichte der Menschheit von James Suzman

How Not To Die von Dr. Michael Greger

This entry was edited (1 day ago)
in reply to Sonja Lemke

Hmm ... Weltsicht als das persönliche Verstehen der Welt und die Art & Weise, wie man die Dinge und Ereignisse um sich herum deutet?
Ich habe, wie wohl jeder, zu unterschiedlichen Themen eine Ansicht u/o Sichtweise ... aber eine Weltsicht? Dafür kenne ich viel zu wenig von dieser Welt, zu wenige Sprachen, Kulturen, Denkweisen usw., um mir eine Sicht der Welt (Weltsicht) einzureden. 🤔
in reply to Sonja Lemke

Mhm, eine ganze Reihe... da müßte ich mich schon stundenlang durchs Bücherregal ackern, wenn es nur um den Aspekt Neues gehen. Ein paar...

- Definitiv "Die Letzten ihrer Art" von Douglas Adams. Einfach weil er schon damals das Thema Biodiversität leicht verständlich rübergebracht hat.

"The Emperors new mind" von Roger Penrose. Mit der These, daß Bewußtsein vielleicht etwas mit Quanteneffekten in Nervenzellen zu tun haben könnte. Was jahrzehntelang erboste Kommentare zur Folge hatte, weil es im Zellen "zu warm und zu naß" sei. Inzwischen gibt es die Quantenbiologie...

"Science of words" George Miller und "The loom of language" Frederick Bodmer, weil sie in Sachen Linguistik und wie Sprache funktioniert so erhellend waren.

-und eine Menge von anderen genannte Bücher

This entry was edited (1 day ago)
in reply to Sonja Lemke

Beck/Cowan: Spiral Dynamics - mastering values, leadership and change. Blackwell Publishing, 2006. ISBN: 978-1-4051-3356-2
bookbot.de/g/249861/m/507253 @sonjalemke
This entry was edited (1 day ago)
in reply to Sonja Lemke

Mein Lieblingssachbuch ist bisher

Spüre die Welt
(Die Wissenschaft vom Bewusstsein)
von Tor Norretranders

In dem Buch wird die Geschichte der Erforschung des Bewusstseins beschrieben.
Leider nur bis Anfang der 90er.
Aber es hat mein Interesse geweckt an Gehirn, Bewusstsein und Wahrnehmung.

Und das finde ich ganz toll von dem Buch 🙂

This entry was edited (1 day ago)
in reply to Sonja Lemke

Schnelles Denken, langsames Denken von Kahne Ann. Neben den vielen interessanten Ideen über das Denken habe ich auch gelernt, dass ich Dinge, die auf Spontanität aufbauen, auf Englisch nicht nachvollziehen kann ohne vorher drüber nachzudenken - was dann nicht mehr so spontan ist. Oder anders gesagt, das Buch auf Englisch hat mich manchmal an meine Grenzen gebracht.
in reply to Sonja Lemke

Kochen von M. Pollan. Ein eher banales Thema sehr gut und oft auch mit der richtigen Tiefe aufgearbeitet. Und das Buch lieferte auch eine neue Antwort auf die Frage: Was ist der beste Freund des Menschen? Nicht der Hund.

Der unsichtbare Gorilla von Ch. Chabris und D. Simons. Schon älter. Ich habe seinerzeit einiges über uns Menschen gelernt, z. B. wie schlecht wir uns erinnern können.

Die Grenze von E. Fatland. Wie es ist oder auch war, Russland als Nachbarn zu haben. Top.

...

in reply to Sonja Lemke

absolut mind-blowing war dieses Sachbuch "Bitch - ein revolutionärer Blick auf Sex Evolution " perlentaucher.de/buch/lucy-coo…
in reply to Sonja Lemke

Spontan fallen mir da ein...

John Brockman
Die wichtigsten Erfindungen der letzten 2000 Jahre: Ideen, die die Welt veränderten

James Mahaffey
Atomic Accidents: A History of Nuclear Meltdowns and Disasters: From the Ozark Mountains to Fukushima

Albert Hofmann
LSD – Mein Sorgenkind: Die Entdeckung einer "Wunderdroge"

Viktor Klemperer
LTI

This entry was edited (1 day ago)
in reply to Sonja Lemke

Friedrich Engels – "Anti-Dühring". Kann mensch auch als Dokumentation lesen: Peter Weiß – Die Ästhetik des Widerstands (Seminar über zwei Semester) Anja Meulenbelt – Die Scham ist vorbei. (Gab mir meine Freundin) Dawkins – Der Gotteswahn (Kam mir in einer längeren Diskussion zupass), Das egoistische Gen, Der blinde Uhrmacher.
This entry was edited (1 day ago)
in reply to Sonja Lemke

@Sonja Lemke
Robert Jungk, Heller als tausend Sonnen.

Gelesen bevor der Oppenheimer-Film.in die Kinos kam. Der Autor hat eine handvoll Jahre nach dem 2. Weltkrieg viele der Forscher vom Manhattan-Projekt befragt und die Entwicklung der Bombe in einen historischen Kontext beginnend vor 1914 gestellt. Sehr fesselnd geschrieben.
Ob das alles nun historisch treu wiedergegeben ist, wohl eher nein, doch die Geschichte ist eindringlich und in gutem Detail erzählt.

in reply to Sonja Lemke

• Menschliche Kommunikation – Formen, Störungen, Paradoxien (Watzlawick, Beavin, Jackson)
• Gödel, Escher, Bach (Hofstadter)
• LTI (Klemperer)
• Der Springer-Konzern (Müller)
• Gottes erste Diener: Die dunkle Seite des Papsttums (DeRosa)
• Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft (Weizenbaum)
• Das Technopol (Postman)
• Lehrbuch Allgemeine Psychologie (Spada)
• Algorithmische Sprache und Programmentwicklung (Bauer, Wössner)
• Kuckucksei (Stoll)
• Die letzten Geheimnisse der Kochkunst (Barham)
• Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen. (Watzlawick)
• Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (Sacks)
• Bayern, der widerspenstige Freistaat (Ücker)
• Professionelle Intelligenz (Dueck)

und viele mehr.

in reply to Sonja Lemke

Die Welt reparieren: transcript-verlag.de/978-3-837…
Nur ein Buch von vielen, aber danach gab es keine Entschuldigung mehr, nicht sofort loszulegen.
Transition, reale Utopien, Commons (u.a. von Silke Helfrich) usw. usf. waren dann Stoff für Vertiefung, aber so richtig motiviert hat mich das genannte Buch.
in reply to Sonja Lemke

Deine Frage hat mich animiert, tiefer darüber nachzudenken, welche Bücher mich in meinem mittlerweile 70jährigen Leben geprägt haben.
Die meisten davon musste ich aus dem Gedächtnis hervorkramen, da ich normalerweise gelesene Bücher weggebe. Wahrscheinlich sind so noch weitere prägende auf der Strecke geblieben. Hier meine Liste, ungefähr chronologisch:

Jerry Rubin - do it!
Biographie über Rudolf Steiner - Autor/in weiss ich nicht mehr
Emma Goldmann - Gelebtes Leben
Carlos Castaneda - Don Juan
Frantz Fanon - die verdammten dieser Erde
Rudolf Steiner - Die Dreigliederung des sozialen Organismus
Louise Michel - Memoiren
Training gegen kalte Füsse - anonym. Wahrscheinlich vom Zürcher Arbeiterarzt Fritz Brupbacher
1/2

#Buchtipp #Sachbuch

in reply to Heri

Marx/Engels - Das kommunistische Manifest
Max Stirner - Der einzige und sein Eigentum
Charon - Der Geist der Materie
Nada Brahma - Die Welt ist Klang
Cousto - Die kosmische Oktave
Hans Widmer (p.m.) - Bolo'bolo
Marcos - Botschaften aus dem lakandonischen Urwald
Sheldrake - Das Gedächtnis der Natur
Piketty - Das Kapital iim 21. Jh.
Graeber - Schulden, die ersten 5000 Jahre
Yanis Varoufakis - Die ganze Geschichte
Terry Prachett - Scheibenwelten
David Van Reybrouck - Kongo
David Van Reybrouck - Revolusi
Marcel Hänggi - Ausgepowert
Nagel - Geist und Kosmos
Görnitz - Quantentheorie verstehen
Rüdiger Safranski - Das Böse
Marie Benedict - Frau Einstein
Kohei Saito - Systemsturz
Graeber/Wengrof - Anfänge

Daneben gibt es natürlich noch eine vielzahl anderer, die meine Weltanschauung weiter geschärft haben. Aber bei den oben genannten war doch mindestens ein Aha-Effekt dabei, der mir eine vorher unbekannte Einsicht gewährte.

2/2

⇧